Meritneith
| Meritneith in Hieroglyphen | ||||
|---|---|---|---|---|
| Eigenname |
Mer(it)-Neith Mr(j.t) Nj.t Von Neith geliebt / Geliebte der Neith | |||
| Serechname |
Mer(it)-Neith Mr(j.t) Nj.t Von Neith geliebt / Geliebte der Neith | |||
| Titel |
Mut-nesut Mwt-nswt Mutter des Königs | |||
Meritneith (auch Merneith und Meret-Neith gelesen) war eine altägyptische Königin der 1. Dynastie während der frühdynastischen Epoche. Sie lebte etwa um 2960 v. Chr. an der Seite von König (Pharao) Wadji und war die Mutter von König Den und dessen mögliche Co-Regentin. Ihr Name ehrt die ägyptische Göttin Neith.
Königin Meritneith gilt in der Ägyptologie als Schlüsselfigur im Verständnis um die Thron- und Herrscherfolge in der 1. Dynastie, da archäologische Funde darauf hindeuten, dass sie womöglich als eigenständige Herrscherin über Ägypten regiert hatte. Damit wäre sie nach Königin Neithhotep die zweite „Pharaonin“ der ägyptischen Geschichte gewesen. Gestützt wird diese Einschätzung durch ihr Grab bei Umm el-Qaab (nebst eigener monumentaler Grabstele), das dem einem echten Pharaos der Frühzeit entsprach, sowie außergewöhnlich ranghohe Titel, die Meritneith innehatte, die selbst Königinnen eigentlich unzugänglich waren. Dank neuester Grabungen mit anschließender, medienwirksamer Veröffentlichung der Ergebnisse erfährt die Königin in modernen Medien steigende Bekanntheit und Popularität, teilweise wird sie gar als „Ikone“ und „Power-Frau“ gefeiert.
Name und Identität
Zeitgenössischer Name
Der Name von Meritneith ist der ägyptischen Göttin Neith gewidmet, die besonders in der frühen Hälfte der 1. Dynastie verehrt wurde. Sie war die Göttin der Jagd, des Mutes und der Webkunst und die Schutzpatronin der Mütter. Ihr Kultzentrum lag in Sais in Unterägypten. Der Name Merit-Neith bedeutet übersetzt „Von Neith geliebt“ oder auch „Geliebte der Neith“. Neben Meritneith sind auf Grabstelen und Artefakten die Namen einiger, vor allem weiblicher, Personen mit Verknüpfung zur Göttin Neith erhalten, die allesamt etwa in die Zeit von Meritneith datieren: Königin Neithhotep (die vor ihr lebte) sowie die königlichen Hofdamen Qaneith, Herneith, Nachtneith, Ahaneith[1], Iret-Neith[2], Ach-Neith, Ia-Neith, Ib-Neith, Aper-Neith, Anch-Neith und Adj-Neith.[3]
Meritneiths Name erscheint bereits zu ihrer Zeit in mehreren Varianten: sowohl freistehend als auch innerhalb eines königlichen Serechs. In der freistehenden Form liegt ihr Name in der zu erwartenden, „klassischen“ Schreibung vor: als „Merit-Neith“, bestehend aus den Gardiner-Zeichen r4 (Standarte der Neith), U6 (Kniestielhacke) und D21 (menschlicher Mund).[4][5] Der Serechname weicht dagegen deutlich von dieser Schreibung ab. Überhaupt ist die Gestaltung des Serechs außergewöhnlich: Der Standfuß der Neith-Standarte scheint den Serech in der Mitte zu durchtrennen, sodass eine Art „Doppelserech“ entsteht. In den freibleibenden Fenstern je links und rechts des Standfußes prangt das Gardinerzeichen U6 (besagte Kniestielhacke), ohne weitere Zeichen. Das Wappen der Neith mit den zwei gekreuzten Pfeilen thront über dem Serech, dort, wo bei männlichen Königsnamen der Falke des Gottes Horus oder das Fabeltier des Gottes Seth sitzt.[6]
Spätere Namensnennungen
Auf Siegelabdrücken des Königs Qaa (achter Herrscher der 1. Dynastie) aus dessen Grab, auf denen sämtliche Herrscher der 1. Dynastie aufgelistet sind, werden Name und Titel von Meritneith nicht mehr erwähnt. Es scheint, dass ihr spätestens seit Qaa keine besondere Rolle mehr in der königlichen Historie zugedacht wurde und/oder der Totenkult um sie erloschen war.[7]
Meritneith erscheint hingegen mit ziemlicher Sicherheit auf dem Palermostein, einem Fragment des Annalenstein der 5. Dynastie. Auf dieser Steintafel aus schwarzem Basalt sind unter anderem in Zeile 2 die Jahresereignisse des Königs Den eingraviert. An der rechten Bruchkante der Steintafel ist die Namenssilbe „…(mer)rit“ ([mr]rj.t), gefolgt vom einfachen Determinativ einer hockenden Frau, erhalten, was Toby Wilkinson, Kurt Sethe und Silke Roth als Neith-Merit rekonstruieren. Damit bestätigt der Palermostein die familiäre Position der Meritneith als Mutter des Den. Gleichzeitig wiederum spricht die Erwähnung Meritneiths für die Akkuratesse und Glaubwürdigkeit des Palermosteins, da die Königin ja zeitgenössisch vollumfänglich bezeugt ist.[8][9]
Familie
Ihr Titel „Mutter des Königs“ (mwt nswt) erscheint wiederholt auf Tonsiegelinschriften des Königs Hor Den, wonach dieser als ihr Sohn anzusehen ist. Aus dem Grab des König Djer stammen Tonsiegelabdrücke, in denen die Namen von Djer und Meritneith gemeinsam erscheinen.[10] Jean-Philippe Lauer schlug seinerzeit vor, dass Meritneith bereits mit Djer liiert gewesen sein könnte, doch die bisherigen Funde erlauben nur eine Zuweisung als Gemahlin des Wadji. Viel eher wird Meritneith Djers Tochter gewesen sein.[11][7][12] Auch Peter Kaplony vermutet, dass sie Tochter des Djer, Gemahlin des Wadji und schließlich Mutter und Co-Regentin von Den war. Demnach hätte sie die Herrschaft dreier Könige überlebt.[13]
Zeitgenössische Belege

Meritneith ist vorrangig durch den Fund zweier großer Grabstelen aus poliertem Kalkstein bekannt, die 1901 von Flinders Petrie in ihrer Grabanlage in Umm el-Qaab entdeckt wurden. Eine davon war größtenteils zerstört, die andere hingegen nahezu perfekt erhalten. Letztere befindet sich heute unter der Inventarbezeichnung JE-34550 im Ägyptischen Museum zu Kairo. Die Meritneith-Stele ist etwa 1,57 m hoch, 46 cm breit und etwa 28 cm dick. Sie weist einen abgerundeten Kopf auf. Sie trägt auf ihrer Vorderseite ein stelenförmiges „Erscheinungsfenster“, in dem Meritneiths Name in drei großen Hieroglyphen eingraviert ist. Er setzt sich zusammen aus den Gardiner-Zeichen r4 (Standarte der Neith[5]), U6 (Kniestielhacke) und D21 (menschlicher Mund). Als man die Stele fand, lehnte sie, seitlich liegend, an der östlichen Wand der Hauptgrabkammer. Dies dürfte allerdings kaum ihre originale Position gewesen sein: normalerweise standen solche Grabstelen vor dem Eingang zur Nekropole, wo sie den Besitzer der Grabanlage anzeigten.[14][15]
Weitere wichtige Funde sind Siegelabrollungen aus ihrem und aus Dens Grab in Abydos. Weiters stammen Alabastervasen und -fragmente mit erhabenem Reliefdekor aus ihrem Grab, das wahlweise Tragnetze aus geflochtenem Seil imitiert und solche mit Wellen- und Serechmuster. Schließlich gibt es noch die Statuette eines Pavians, deren Sockel den Namen der Meritneith trägt.[16] Außerhalb von Abydos ist Meritneith eher spärlich belegt. Aus einem Grab in Sakkara stammen mehrere Gefäßfragmente sowie ein Elfenbeinschälchen. Dieses Grab wurde ihr zunächst zugeordnet,[17] was heute aber kaum noch aufrechterhalten wird. Unbekannter Herkunft hingegen ist eine kleine Alabastervase mit erhabenem Relief in Gestalt ihres Namens darauf.[7]
Auf Tonsiegelabdrücken, die unter Meritneith datieren, findet sich der bislang älteste Beleg für den Titel eines Gouverneurs oder Bürgermeisters, Hatia. Träger dieses Titels war der hohe Beamte Sechka. Ein weiterer hoher Beamter unter ihr war Sechemkasedj, der die königliche Domäne „Horus gedeiht“ (Hr-w3dj) leitete und in Sakkara bestattet wurde. Ebenso fällt die Karriere des Amka, der die Herrscher Djer, Wadji und Den überlebte, in die Zeit von Meritneith.[7] Weitere Siegelabdrücke zeigen das seltene Determinativ (Deutzeichen) eines Hausschweins, das offenbar gemästet und geschlachtet wurde. Somit gehörten Hausschweine bereits zu Meritneiths Zeit zu den wichtigen Fleischlieferanten. Weitere Hinweise auf Fleischgewinnung liefert die Nennung einer Domäne namens „Haus der Rinder“ (Hwt-jhwt) mit dem Ideogramm eines Stieres.[18][17][7]

Gewissermaßen Highlight unter den Siegeln sind aber solche, die nicht nur Meritneiths Namen und Mutter-Titel nennen, sondern auch die Horusnamen der Könige Narmer, Aha, Djer und Wadji (siehe Abbildung). König Den fehlt gemäß Werner Kaiser auf älteren Siegeln noch - wohl deshalb, weil er zu der Zeit, als das Siegel geprägt wurde, noch lebte. Weitere Siegel (sowohl aus Meritneiths als auch aus Dens Grab) mit Königsliste schließen König Den mit ein und wurden folglich später im Grab der Königin deponiert. Günter Dreyer widerspricht der Rekonstruktion jedoch und ist sicher, dass König Den auf allen Siegeln präsent ist (entsprechend fallen seine Zeichnungen aus). Beide stimmen jedoch darin überein, dass die kurzen Königslisten auf den Siegeln von größter Wichtigkeit für die chronologische Rekonstruktion der 1. Dynastie sind. Weiteres Augenmerk verdient der Name des Gottes der Friedhöfe, Talbezirke und des Gedenkens: Chontamenti. Dieser wird auf den Siegeln mit den Königslisten vor jedem Herrscher wiederholt genannt. Die exakte Symbolik dahinter ist heute verloren, vermutet wird, dass es eher verwaltungstechnische Gründe hatte: Chontamenti war der exklusive Schutzpatron der Nekropole von Umm el-Qaab (wo Meritneith und ihre Vorgängerkönige begraben liegen). Vielleicht war Meritneith -als Co-Regentin von Den- für die Beaufsichtigung, Verwaltung und Einhaltung der Totenkulte um die aufgelisteten Könige verantwortlich.[20]
Meritneith ist vielleicht auf einem Elfenbeinfragment aus Abydos dargestellt. Das Fragment gehörte ursprünglich zu einer Schatulle aus Nilpferdzahn, die jedoch während Plünderungen in der Frühzeit zerbrochen und im Laufe der Folgezeit durch Insektenfraß weiter beschädigt wurde. Auf besagtem Fragment finden sich die Reste zweier sitzender Personen, die gemäß Matthieu Bégon als König Den und Meritneith rekonstruiert werden können. Zu sehen ist die Königin auf einem Würfelthron sitzend, Klein-Dewen sitzt auf ihrem Schoß. Bégon verweist auf die frappierende Ähnlichkeit der rekonstruierten Szene mit Statuetten der Königin Anchenespepi II. (Mutter von Pepi II.) aus der 6. Dynastie. Auch hier ist ein Kindkönig im Schoß seiner Mutter zu sehen.[21]
Bei neuesten Ausgrabungen im Jahr 2022/23 wurden noch original versiegelte Tonkrüge entdeckt, die sogar noch Reste eingetrockneten Weins enthielten. Mehr als 50 Weinkrüge stammen allein aus der Magazinkammer Y-KK2. Andere Krüge enthielten eingetrocknetes Olivenöl oder verdorrtes Getreide, wieder andere, deutlich kleinere, Krüge enthielten verdorrte Weintraubenkerne.[22]
Karriere

Machteinfluss bei Hofe
Es scheint, dass Königin Meritneith ungewöhnlich großen Einfluss bei Hofe hatte, sowohl familiär als auch gesellschaftlich und politisch. Ägyptologen wie Jean-Pierre Pätznick weisen auf ihre Tonsiegel hin, auf deren Abdrücke wichtige, königliche Wirtschafts-Institutionen erwähnt werden. Darunter fallen zum Beispiel die „Domäne der königlichen Weinberge“ (Hut iqer-irep), die „Domäne der Schweineschlachtung“ (Hut itesh-seqer), die „Domäne der Rinderzucht“ (Hut ihut) und die „Domäne der Textilien-Manufaktur“ (Hut tesesh). Besondere Aufmerksamkeit verdient aber die Nennung des „Schatzhauses“ (Per hedj), der königlichen Zentrale für die Erhebung und Lagerung von Tribut- und Steuerzahlungen in Form von Naturalien. Dieses erscheint auch in Gefäßritzungen, direkt neben dem Namen von Meritneith. Pätznick und sein Team machen speziell auf dieses Detail aufmerksam, nämlich, dass ihr Name immer wieder direkt neben diesen exklusiven Institutionen erscheint, was den Verdacht nährt, dass die Königin selbst Befehlsgewalt über sie innehatte (zumindest, bis ihr Sohn Dewen selbst den Thron vollends übernahm).[23] Gestärkt wird diese These durch weitere Gefäßritzungen mit der Aufschrift Meritneith-chenti-per-hedj (deutsch etwa „Schenkung der Meritneith aus dem Schatzhaus“). Diese legen nahe, dass die (namentlich nicht näher spezifizierten) Schenkungen nicht aus Meritneiths privaten Gütern stammten, sondern eben aus dem königlichen Schatzhaus.[10]
Gelehrte und Autoren wie Silke Roth, Mariam F. Ayad, Kara Cooney und Joyce Tyldesley weisen auf die schier unzähligen Grabstelen und Rollsiegel aus den Gräbern der Könige Wadji und Dewen sowie aus zahlreichen privaten Mastabas der Frühzeit hin. Auf den Privatstelen aus den Nebengräbern erscheint besonders unter Wadji und Dewen immer häufiger das Determinativ einer hockenden Frau (Gardiner-Zeichen B1), was anzeigt, dass die genannte Person weiblich ist. Nach König Dewen gehört das Zeichen zum festen Repertoire bei Personnennamen. Als Nächstes lasse sich eine zunehmende Anzahl an Hieroglyphenzeichen beobachten, die sich gemäß neuesten linguistischen Untersuchungen nicht als Namenssilbe einordnen lassen, sondern offenbar Berufsbezeichnungen darstellen. So zeigen manche Stelen das Zeichen für „Kleidung“, andere das Zeichen für „Spinnen und Weben“. Eine Stele zeigt gar einen Räuchernapf, wie er bei Totenritualen zum Einsatz kam. Demnach übten die genannten Frauen verschiedene Berufe aus. Auf weiteren Stelen von Hofdamen erscheint gar der Titel Sechenu-Ach, ein exklusiver Priester-Titel.[24][25][26]
Die zuvor gelisteten Gelehrten halten es für keinen Zufall, dass ausgerechnet unter Meritneith mehr und mehr Damen zu gewissen Karrieren und Ehrungen kamen. Sie argwöhnen, dass dieses Phänomen tatsächlich auf Königin Meritneiths Einfluss und den anderer königlicher Hofdamen zurückgehen könnte. Dazu passe auch, dass Königsmütter selbst im Alten Reich noch in königlichen Annalen auftreten (vergleiche Annalenstein der 5. Dynastie). Auch woher die absolute berufliche, gesellschaftliche sowie politische Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau stammt, für die besonders das Alte Reich bekannt wurde, ließe sich eventuell auf Meritneiths Zeit zurückführen. Der Kult um die Göttin Neith könnte ebenfalls mit Neithhoteps und Meritneiths Einflüssen in Zusammenhang stehen. Überhaupt sei das frühdynastische Königtum stärker matriarchalisch geprägt gewesen: Dynastien per Blutlinie wurden gemäß aktualisierter Fundlage und entsprechender Neu-Auswertungen offenkundig über die Königsmütter gegründet, kontrolliert und weitergegeben (eventuell gar vererbt). Meritneiths eigene monumentale Grabanlage nebst Gedenkstele untermauere diese These weiter.[24][25]
Mögliche Alleinherrschaft
Die Gedenkstele der Meritneith gab und gibt Anlass zur Theorie, wonach ihr familiärer und politischer Rang über die Norm hinausging. Stelen dieser Größenordnung waren in der Frühzeit für gewöhnlich Königen vorbehalten, was bereits Flinders Petrie früh zu der Vermutung führte, dass Meritneith mehr als nur eine königliche Gemahlin gewesen sein muss - allerdings nur, weil er die Königin damals für einen Mann hielt.[7] Das in dieser Zeit bereits übliche Determinativ einer hockenden Frau als Hinweis auf einen weiblichen Namen fehlt jedoch ebenfalls auf der Stele und den Tonsiegeln.[8]
Erste Probleme bezüglich der Erforschung von Meritneiths Identität hatten bereits die Ausgrabungen ihrer Grabanlage Tomb Y um 1900 ausgelöst. Die ersten Auswertungen der Grabungen und Funde in ihrer Nekropole und außerhalb fanden durch Petrie statt. Er hatte schon zu Ausgrabungsbeginn den Verdacht, dass es sich bei der Mastaba um ein königliches Grab handeln müsse. Diese Überlegung fußte auf der Beobachtung, dass besonders die Nebengräber einfacher Gemahlinnen, Bediensteter und Höflinge eher klein und schlicht gebaut und um das Hauptgrab herum aufgereiht waren. Das Grab Tomb Y aber war sehr groß und besaß einen eigenen Kultbezirk mit Nebengräbern, was deutlich für ein Königsbegräbnis sprach. Auch die gefundenen Stelen untermauerten diese Theorie. Einzig das Fehlen des Horusfalken, dem eng mit den ägyptischen Königen verbundenen Wappentier, ließ den Forscher etwas stutzig werden. Zu seiner Zeit hielt man die Göttin Neith zudem noch für eine männliche Gottheit, was von Petrie – und zunächst auch von Walter Bryan Emery – als Hinweis darauf gedeutet wurde, Meritneith müsse ein noch unbekannter König sein. Erst als der Forschung im Laufe der Zeit bewusst wurde, dass Neith eine weibliche Göttin ist, kamen gleichzeitig erste Zweifel am Geschlecht von Meritneith auf.[27][25] Spätere Forschungen belegten zudem, dass die Göttin Neith in der Frühzeit als Schutzgöttin den Königinnen und Prinzessinnen vorbehalten gewesen war.[28]
Des Weiteren wurden mehrere Tonsiegel in ihrem Grab entdeckt, die zum jetzigen Stand der Forschung die Vermutung nähren, dass Meritneith für einen kurzen Zeitraum als weiblicher Herrscher eigenständig regierte. Hauptverfechter dieser These sind Jean-Philippe Lauer, Flinders Petrie, Silke Roth und Toby Wilkinson, die sich auf die Tonsiegel aus Meritneiths Grab berufen. Auf mehreren dieser Siegel ist ihr Name innerhalb eines Serechs geschrieben, über dem sich anstelle des Horusfalken das Emblem der Göttin Neith befindet.[8][7][29] Die vielen Widersprüche sorgten für Verwirrung, die darin gipfelte, dass Narmer als erster Regent der ersten Dynastie ausscheiden sollte. Doch die Tonsiegel der Meritneith und des Den – sie listen die ersten fünf Könige dieser Epoche auf – beginnen einstimmig mit Narmer. Auch Tonsiegel aus dem Grab des König Qaa präsentieren eine Königsliste und nennen Narmer als ersten Regent. Erst die Tonsiegel, die Meritneiths Mutter- und Königinnentitel nennen, räumten die Zweifel aus.[7]
Es wird inzwischen angenommen, dass Meritneith für ihren verstorbenen Gatten, König Wadji, die Thronfolge übernehmen musste, weil ihr Sohn, der künftige König Dewen, noch zu jung für Thronbesteigung und Königsamt war. Derartige Vorgehensweisen waren im Frühen Ägypten nichts Ungewöhnliches und eine mögliche Vorreiterin war vielleicht Königin Neithhotep gewesen, deren Identität allerdings umstritten ist.[7] Aber auch spätere Königinnen, wie beispielsweise Chentkaus I., Nofrusobek und Hatschepsut, wurden durch ihre Rollen als weibliche Pharaonen bekannt.[30]
Grabanlage


Lage und Umgebung
Meritneith wurde im Grab Tomb Y in der oberägyptischen Königsnekropole Umm el-Qaab bei Abydos im südlichen Ägypten beigesetzt. Umm el-Qaab befindet sich etwa 2 km südwestlich von Abydos und etwa 13 km westlich der modernen Ortschaft Baliana im Gouvernement Sauhadsch. Stadt und Nekropole liegen am östlichen Rande eines ausgedehnten Wüstengebiets, das von Hügeln und Dünen durchzogen ist. Die Nekropole selbst erstreckt sich über einen 150 × 600 m großen Höhenrücken am Rande eines Wadi (ein ausgetrocknetes Flussbett, das nur bei Wolkenbrüchen Wasser führt) und ist heute in unterschiedliche Gebietsabschnitte unterteilt. Im Bereich der Königsnekropole ist das Areal weitläufig von Tongefäß-Scherben geradezu übersät, was der Ausgrabungsstätte den modernen Spitznamen Umm el-Qaab (arabisch für „Mutter der Töpfe“) einbrachte. Merneiths Grab befindet sich im südlichen Sektor.[31]
Grabungsgeschichte
Meritneiths Nekropole wurde erstmalig in den Jahren 1885 bis 1889 von dem französischen Archäologen Émile Amélineau ausgegraben, der allerdings recht nachlässig und geradezu lustlos vorging. Seine Ausgrabungsmethoden wurden schon früh teils heftig kritisiert, weil es Amélineau offenbar mehr darum ging, durch den Fund unbezahlbar wertvoller Grabbeigaben berühmt zu werden, als um Sorgfalt und Akkuratesse. Ein zweites Mal wurde es von dem britischen Archäologen William Matthew Flinders Petrie in den Jahren 1899 bis 1902 ausgegraben. Die Ausgrabungen verliefen schleichend und endeten 1902 abrupt. Weitere Ausgrabungen fanden unter Aufsicht des deutschen Ägyptologen Günter Dreyer zunächst 1978 und später erneut im Jahr 2011 statt. Seit 2021 wird die Anlage von einem internationalen Forscherteam unter Aufsicht der Wiener Archäologin Eva Christiana Köhler (Leiterin eines deutsch-österreichischen Forschungsteams) neu untersucht und sorgfältig ausgegraben.[22][32]
Es zeigte sich, dass auch Petrie offenbar etwas nachlässig vorgegangen war und sogar einen Bereich der Anlage fast unberührt zurückgelassen hatte (Dreyer allerdings offenbar auch). Außerdem bestätigen die neuesten Ergebnisse, dass Merneiths Grab bereits in der Frühzeit geplündert und sogar in Brand gesteckt worden war. Dabei stellten sich die Zustände der Grabanlage als „desaströs“ heraus. Nicht nur waren die Grabräuber brachial vorgegangen, das absichtlich gelegte Feuer muss so heftig gewesen sein, dass sich noch heute Verglasungen im Sandsteinboden finden lassen und Rußspuren tief in die Lehmverkleidungen der Kammernwände hineinreichen. Umso „wundersamer“ sei es, dass überhaupt original ausgestattete Magazinräume gefunden werden konnten.[22][32]
Architektur
Der Grabkomplex ist entlang der lokalen Nord-Süd-Achse, das heißt parallel zum Nil, angelegt. Die Anlage des Grabes entspricht architektonisch weitestgehend den Gräbern der Könige Djer, Wadji, Dewen, Anedjib, Semerchet und Qaa. Meritneiths Grab umfasst eine einzelne Hauptkammer (Kammer Y-KK) und acht drumherum angeordnete, separate Nebenkammern (Kammern Y-KK1 bis Y-KK8), die als Magazinräume für Grabbeigaben dienten. Die Grabstruktur misst etwa 16,50 × 14,30 m bei einer Tiefe von max. 2,80 m. Dies entspricht einer Fläche von etwa 236 m² und einem Aushubvolumen von rund 660 m³. Das Grab weist bis zu 1,30 m dicke Außenmauern aus Lehmziegeln mit einer symmetrischen Innengestaltung auf. Überreste der Dachkonstruktion legen nahe, dass der Bau mit dicken, bis zu 9 m langen Holzbalken, geflochtenen Matten sowie Lehm und Lehmziegeln abgedeckt war. Das Grab war in mehreren Bauphasen errichtet worden.[22] Sämtliche Kammern besaßen keine Zugänge (zum Beispiel in Form von Türen oder Torbögen), sondern waren über die Decke betretbar. Grabräuber mussten sich zunächst durch den Graboberbau graben und anschließend durch die Decke brechen, um in die Grabkammer zu gelangen. Leider bot der relativ weiche Untergrund von Umm el-Qaab kaum natürlichen Schutz vor Raubgrabungen (was erklären mag, warum Abydos spätestens unter König Hetepsechemui als Friedhof aufgegeben wurde).[31]
In den Grabreihen befand sich an der Südwest-Ecke der unterirdischen Anlage eine Lücke, die eine freie Sicht zwischen der Grabkammer und einem Felseinschnitt hinter Umm el-Qaab ermöglichte.[33] Toby Wilkinson bezieht sich in diesem Zusammenhang auf Rita Friedmans Vermutung, dass die Ägypter in dieser Zeit jene Felseinschnitte als Übergang zum Jenseits angesehen haben könnten.[17][33] Die Bauart der königlichen Gräber, so auch die Anlage von Meritneith, verweist durch die berücksichtigte Lücke und den nach dem Tod erfolgten Übertritt in das Jenseits in die Thematik der himmlischen Kosmologie. Der aus der gleichen Epoche stammende Elfenbeinkamm des Königs Waji zeigt bereits das dazugehörige Weltbild, das den Himmel und die Erde abbildet. Der Falke und der im Serech eingetragene Name des Königs Wadji füllte dabei den Zwischenraum beider Regionen aus. An den Seiten des Elfenbeinkammes sind zwei himmlische Stützen zu erkennen. Die Macht des Königs war sowohl auf irdischer als auch in der himmlischen Ebene wirksam. Damit befindet sich der König in einer eigenen Stufe, die schriftlich erst in den Pyramidentexten näher beschrieben werden sollte.[34]
Nebengräber
Das Hauptgrab ist von 41 Nebengräbern umgeben. Dort wurden verdiente, ranghöchste Beamte und männliche wie weibliche Bedienstete der Königin bestattet.[35] Die Nebengräber reihen sich in einem großen Rechteck um das Hauptgrab, das nur im Südwesten unterbrochen ist. Die Gräber waren alle sehr sorgfältig mit Lehmziegelmauern ausgekleidet; es gibt kleinere mit einem Volumen von etwa 1,70 m³ und größere mit 3,20 m³. Sie sind also deutlich kleiner als das Hauptgrab und beinhalteten wahrscheinlich jeweils maximal eine Person. Die darin Bestatteten waren auf kleinen Grabstelen namentlich gekennzeichnet. Auch die Nebengräber enthielten große Mengen an Keramik- und Steingefäßen, Schmuck, Werkzeuge, Murmeln und Spielsteine.[22]
Zur abydenischen Grabanlage der Meritneith gehörte auch ein sogenannter Talbezirk mit weiteren insgesamt 71 Nebengräbern im benachbarten Umm el-Qaab mit einem geschätzten Umfang von 66,5 × 25,5 Metern. Die Nebengräber an der Nordwestseite waren für die königlichen Bediensteten unteren Ranges vorgesehen, die deshalb ärmlicher in Holzsärgen beigesetzt wurden. Alle mit der Königin und ihren Bediensteten bestatteten Haus- und Hoftiere (darunter Hunde, Löwen und Esel) waren rituell getötet worden, um ihnen auch im Jenseits als Begleiter und Spielgefährten zu dienen. In früheren Jahren wurde noch geargwöhnt, ob sogar auch die ranghöchsten Bediensteten gezwungen waren, der Königin rituell in den Tod zu folgen.[35] Diese düstere Bestattungspraxis soll mit König Qaa als mutmaßlich letztem Herrscher der 1. Dynastie geendet haben, bei dem noch 26 Nebenbestattungen stattfanden.[36]
Nach Aussagen von Christiana Köhler zeigen die Ausgrabungsergebnisse von Oktober 2023 hingegen, dass Opferungen von Dienern und Höflingen nach einem Königstod ihrer Meinung nach ins Reich der Mythen und Gerüchte gehörten.[37] Die Ausgrabungs- und Untersuchungsergebnisse legen nahe, dass sich der Bau der Nebengrab-Anlagen sorgfältig über einen längeren Zeitraum hinzog, dass die Nebenbestattungen demzufolge nach und nach und ohne Zeitdruck, angelegt wurden. Dies wiederum beweist, dass auch die darin Bestatteten nach und nach, im Laufe der Zeit, beigesetzt worden waren. Forensische Untersuchungen an den Toten ergaben, dass die meisten von ihnen eines natürlichen Todes gestorben waren (an Krankheit oder Alter), nur wenige durch Unfall (vielleicht während der Bauarbeiten am Grab) oder während eines Konflikts.[22]
In den Meritneith-Nebengräbern der Nordwestseite befanden sich außerdem große Mengen an Elfenbein- und Steinobjekten. Die Zuordnung der Einfriedung an Meritneith erfolgte zunächst einzig durch den Fund einer Vase mit dem Namen der Königin. Daher gab es Zweifel an der Zuweisung und entsprechende Debatten. Forscher wie Werner Kaiser sahen sich dazu hingezogen, den Einfriedungsbezirk König Den zuzuordnen. Neuere Grabungsarbeiten aber stärken Meritneith als Inhaberin: Zum einen liegt der Grabbezirk sehr nahe an der Grabanlage des Königs Djer, zum anderen ähneln sich beider architektonische Ausführungen und Arrangements. Zu guter Letzt besitzt Den bereits seinen eigenen Talbezirk.[8][38]
Mastaba S3503
In Sakkara befindet sich die Mastaba S3503, die in der Vergangenheit von einem Teil der Forschung als ein mögliches Zweitgrab der Meritneith angesehen wurde.[39] Allerdings ist diese Zuordnung strittig, denn ein Zweitgrab wäre in dieser Epoche für eine Königin höchst ungewöhnlich und ging auf die Idee zurück, dass jeder König dort ein Grab mit einem weiteren in Abydos hatte. Diese These findet heute immer weniger Anklang. Der Graboberbau war an seiner Außenseite nischengegliedert und wies bei der Ausgrabung Reste einer Bemalung auf. Er verbarg 23 auf Bodenniveau angelegte Kammern, die aber nicht miteinander verbunden waren. Der Grabunterbau bestand aus einer mit Lehmziegel verkleideten Kammer mit den Maßen 14,25 × 14,50 Metern und war in fünf Räume unterteilt. Die Grabkammer maß 4,80 × 3,50 Meter und enthielt Überreste eines hölzernen Sarkophags sowie Knochenreste und sehr kleine Stücke von Goldfolie. Daneben fanden sich Tonsiegel mit den Namen von König Wadji und Königin Meritneith. Die Grabanlage war von 21 Nebengräbern umgeben. Sie war bereits in der Frühzeit geplündert und anschließend in Brand gesteckt worden.[40]
Moderne Rezeption
Aufgrund medienwirksamer Fachpublikationen rund um neuere Ausgrabungen ihrer Nekropole hat Königin Meritneith in den letzten Jahren weitreichende Beachtung gefunden, auch außerhalb der akademischen Wissenschaften. Da sie selbst innerhalb der Ägyptologie als mögliche erste Alleinherrscherin Ägyptens eingestuft wird, erfährt die Königin in modernen Medien einen steigenden Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad. Unterstützt wird der zunehmende Zuspruch durch die Fachpublikationen von Kara Cooney, Silke Roth und Joyce Tyldesley. Die Autorinnen heben in ihren Werken nicht nur Meritneiths historische Bedeutsamkeit und ihren damaligen Einfluss bei Hofe hervor. Sie kritisieren gleichzeitig, dass besonders ältere Literatur, verfasst von männlichen Gelehrten, Königinnen und königliche Hofdamen der Frühzeit nicht selten auf blosse „Konkubinen“ und „Haremsdamen“ reduzierten und dabei die offensichtlichen Privilegien (wie eigene „weibliche“ Privatstelen und Grabanlagen) ignorierten. Auch der Umstand, dass schon im Frühdynastischen Reich Männer wie Frauen dieselben exklusiven Berufe und Ämter ausüben durften, sei jahrhundertelang übergangen worden, obwohl in der späten Hälfte dieser Epoche erste feminine Endungen für Amts- und Berufsbezeichnungen verwendet wurden. Sie argwöhnen einen gewissen Bias innerhalb der männlichen Forschungskreise, der sich erst in jüngster Zeit langsam löse.[24][25]
Moderne Medien präsentieren Meritneith entsprechend gern als „Feministin der Frühzeit“ und „Power-Frau“ und stellen sie dabei oft und gern auf eine Stufe mit Pharaoninnen wie Nofrusobek und Hatschepsut (gelegentlich sogar mit Kleopatra VII.).[41][42] Sogar auf Social-Media-Plattformen werden Königin Meritneith ganze Seiten und Foren gewidmet, wo sie einhellig als „Erste Herrscherin Ägyptens“ und „Ägyptische Ikone“ gefeiert wird – so zum Beispiel auf Facebook[43], Instagram[44] und Reddit.[45]
Meritneiths Nachruf inspiriert allerdings nicht nur Internetforen und Websites. Ihre Figur tritt auch als Haupt- oder Nebenakteurin in Romanen und sogar Computerspielen auf. Zu den literarischen Fiktionen um sie gehört unter anderem das Werk In the Court of Kemet von Danielle S. LeBlanc. Dieser historische Liebesroman schildert Meritneiths Aufstieg zur Macht und konzentriert sich dabei auf die politischen und persönlichen Intrigen an ihrem Hof.[46] Ein weiteres Werk dieser Autorin ist In the Temple of Mehyt. In dieser Fortsetzung tritt Merneith als Herrscherin auf und beauftragt einen inoffiziellen Ermittler und eine ehemalige Priesterin damit, einen Mord im Tempel der Göttin Mehit aufzuklären.[47]
Meritneith tritt unter anderem im Computerspiel Old World auf. Es handelt sich dabei um ein historisches Strategiespiel, bei dem der Spieler eine von ihm gewählte Dynastie über Generationen hinweg im Wettstreit mit anderen Regenten anführen kann. Königin Meritneith ist als alternative Anführerin für Ägypten enthalten. Im Spiel fungiert sie als Herrscherin vom Typ „Strikte Heldin“, deren Führungswesen stark militärisch geprägt ist.[48] Ein weiteres Spiel, dass die Königin zum Inhalt hat, ist Queen Mirtnesh & the 70 Thieves, ein vom Programmierer Digypt entwickeltes Strategie- und Landwirtschaftsvideospiel für Android-Geräte. Es wird vom Entwickler als „interaktives Geschichtsspiel, das entwickelt wurde, um die Ereignisse um Meret-Neith (im Spiel als Königin Mirtnesh bezeichnet) aus der Zeit um 3100 v. Chr. nachzuerleben“ beschrieben.[49]
Literatur
- Regine Schulz, Hartwig Altenmüller: Egypt: The World of the Pharaohs. Könemann, Köln 1998, ISBN 3-89508-913-3.
- Peter Kaplony: Inschriften der ägyptischen Frühzeit. Band I: Ordnung der Inschriftenarten. Harrassowitz, Wiesbaden 1963, ISBN 3-447-10765-0.
- Jochem Kahl, Markus Bretschneider, Barbara Kneissler: Frühägyptisches Wörterbuch. Harrassowitz, Wiesbaden 2002, ISBN 3-447-04594-9.
- Walter B. Emery: Ägypten, Geschichte und Kultur der Frühzeit, 3200–2800 v. Chr. Fourier, München 1964, ISBN 3-921695-39-2.
- Toby A. H. Wilkinson: Early Dynastic Egypt. Routledge, London / New York 1999, ISBN 0-415-18633-1.
- Anne K. Capel, Glenn Markoe: Mistress of the House, Mistress of Heaven: Women in Ancient Egypt. Hudson Hills Press, New York City 1996, ISBN 1-55595-129-5.
- Jean-Pierre Pätznick: Meret-Neith: In the Footsteps of the First Woman Pharaoh in History. In: Mladen Tomorad, Joanna Popielska-Grzybowska: Egypt 2015: Perspectives of Research. Proceedings of the Seventh European Conference of Egyptologists 2nd-7th June 2015, Zagreb, Croatia. Archaeopress Publishing, Oxford (UK) 2017, ISBN 978-1-78491-584-1.
- Kara Cooney: When Women Ruled the World: Six Queens of Egypt. National Geographic, Washington (D.C.) 2018, ISBN 978-1-4262-1977-1.
- Mariam F. Ayad: Women in Ancient Egypt: Revisiting Power, Agency, and Autonomy. The American University Cairo Press, Cairo 2022, ISBN 978-1-64903-269-0.
- Rolf Gundlach, Christine Raedler: Selbstverständnis und Realität: Akten des Symposiums zur ägyptischen Königsideologie in Mainz, 15.–17.6.1995 (= Ägypten und Altes Testament. Band 36, Teil 1). Harrassowitz, Wiesbaden 1997, ISBN 3-447-03965-5.
- Sue Kelly: Unveiling Female Social Power in Early Egypt (c. 3080–2180 BCE) (= British Archaeological Reports. International Series S3189). BAR Publishing, Oxford 2024, ISBN 978-1-40736-173-4.
- Walter B. Emery: Excavations at Sakkara. Great Tombs of the First Dynasty II. Egypt Exploration Society, London 1954.
- Nicolas-Christophe Grimal: A history of ancient Egypt. Wiley & Blackwell, Oxford 1994, ISBN 0-631-19396-0.
- Kathryn A. Bard, Steven Blake Shubert: Encyclopedia of the archaeology of ancient Egypt. Routledge, London 1999, ISBN 0-415-18589-0.
- Susanne Bickel: Die Verknüpfung von Weltbild und Staatsbild. In: Reinhard Gregor Kratz: Götterbilder, Gottesbilder, Weltbilder (Ägypten, Mesopotamien, Persien, Kleinasien, Syrien, Palästina). Mohr Siebeck, Tübingen 2009, ISBN 978-3-16-149886-2.
- Sarah M. Nelson: Ancient queens – Archaeological explorations. Rowman Altamira, Lanham (Maryland) 2003, ISBN 0-7591-0346-1.
- Hermann A. Schlögl: Das Alte Ägypten. Geschichte und Kultur von der Frühzeit bis zu Kleopatra. Beck, München 2006, ISBN 3-406-54988-8.
- Silke Roth: Die Königsmütter des Alten Ägypten. Harrassowitz, Wiesbaden 2001, ISBN 3-447-04368-7.
- Wolfgang Helck, Eberhard Otto, Rosemarie Drenkhahn: Kleines Lexikon der Ägyptologie. Harrassowitz, Wiesbaden 1999, ISBN 3-447-04027-0.
- Joyce Tyldesley: Daughters of Isis: Women of Ancient Egypt. Penguin Putnam, London 1994, ISBN 0-14-017596-2.
Weblinks
- E. Christiana Köhler: Wer war Meret-Neith? Zur Bedeutung einer Königin der 1. Dynastie. Internet-Artikel von Januar 2024 auf herder.de. (Deutsch)
- Universität Wien, Institut für Ägyptologie: Visualizing an Ancient Egyptian Queen. The Tomb of the 1st Dynasty Queen Meret-Neith at Abydos. laufendes Projekt mit Grabungsergebnissen auf egyptology.univie.ac.at (Deutsch).
- Queen Merytneit. In: Digital Egypt for Universities. University College London, 4. November 2014 (englisch).
- Francesco Raffaele: Merneith (Meryt-Neith). In: francescoraffaele.com. (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ Toby Wilkinson: Early dynastic Egypt. London / New York 1999, S. 291.
- ↑ Jochem Kahl, Markus Bretschneider, Barbara Kneissler: Frühägyptisches Wörterbuch. Wiesbaden 2002, S. 46.
- ↑ Eva-Maria Engel: The early dynastic Neith. In: Studien Zur Altägyptischen Kultur. Band 50. Hamburg 2022, S. 68–76.
- ↑ Jochem Kahl: Das System der ägyptischen Hieroglyphenschrift in der 0.-3. Dynastie. Harrassowitz, Wiesbaden 1994, S. 687.
- ↑ a b Anmerkung: Die Sonder-Hieroglyphe der Neith-Standarte ist in der sogenannten Extended library unter 1421E registriert. Siehe hierzu: Nicolas Grimal et al.: Hieroglyphica. 2. Auflage, Utrecht / Paris 2000, S. 2 R-6.
- ↑ Rolf Gundlach, Christine Raedler: Selbstverständnis und Realität. Wiesbaden 1997, S. 108–110 und 117–119.
- ↑ a b c d e f g h i Toby Wilkinson: Early dynastic Egypt. London / New York 1999, S. 74–75.
- ↑ a b c d S. Roth: Die Königsmütter des Alten Ägypten. Wiesbaden 2001, S. 18–23.
- ↑ Toby A. H. Wilkinson: Royal Annals of Ancient Egypt. London 2000, S. 104 u. 105.
- ↑ a b Anne K. Capel, Glenn Markoe: Mistress of the House, Mistress of Heaven: Women in Ancient Egypt. New York City 1996, S. 28–30.
- ↑ Nicolas Grimal: A history of ancient Egypt. Oxford 1994, S. 50.
- ↑ Hermann A. Schlögl: Das Alte Ägypten. Geschichte und Kultur von der Frühzeit bis zu Kleopatra. München 2006, S. 27.
- ↑ Peter Kaplony: Inschriften der ägyptischen Frühzeit. Wiesbaden 1963, S. 495.
- ↑ Gaston Maspero: Guide du visiteur du Musée du Caire. 4e édition, Imprimerie de l’Institut Français d’Archéologie Orientale, Kairo 1915, S. 301.
- ↑ Regine Schulz, Hartwig Altenmüller: Egypt: The World of the Pharaohs. Köln 1998, S. 31.
- ↑ S. Roth: Die Königsmütter des Alten Ägypten. Wiesbaden 2001, S. 296–300.
- ↑ a b c Walter Bryan Emery: Ägypten, Geschichte und Kultur der Frühzeit. München 1964, S. 60–63 und 202.
- ↑ Kathryn Ashley Bard u. a.: Encyclopedia of the archeology of ancient Egypt. London 1999, S. 700.
- ↑ Werner Kaiser: Zum Siegel mit frühen Königsnamen von Umm el-Qaab. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Institut Abteilung Kairo. (MDAIK) Band 43. von Zabern, Mainz 1987, S. 115–119, hier S. 118, Abbildung 2; siehe auch: Günter Dreyer: Ein Siegel der frühzeitlichen Königsnekropole von Abydos. ebenfalls in: MDAIK. Band 43, S. 33–43, Abbildungen 2 u. 3.
- ↑ Werner Kaiser: Zum Siegel mit frühen Königsnamen von Umm el-Qaab. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Institut Abteilung Kairo. (MDAIK) Band 43. von Zabern, Mainz 1987, S. 115–119.
- ↑ Matthieu Bégonː Une probable représentation de la reine Meret-Neith en tant que régente du roi Den. Inː Égypte Nilotique et Méditerranéenne. (ENiM) Band 13, 2020, S. 211–215.
- ↑ a b c d e f E. Christiana Köhler: Wer war Meret-Neith? Zur Bedeutung einer Königin der 1. Dynastie. In: Antike Welt. Heft 1, 2024, S. 20–24.
- ↑ Jean-Pierre Pätznick: Meret-Neith: In the Footsteps of the First Woman Pharaoh in History. Oxford (UK) 2017, S. 289–294.
- ↑ a b c Kara Cooney: When Women Ruled the World: Six Queens of Egypt. Washington (D.C.) 2018, S. 23–28 u. 33–53.
- ↑ a b c d Joyce Tyldesley: Daughters of Isis. Penguin Putnam, New York 1994, S. 215–216.
- ↑ Mariam F. Ayad: Women in Ancient Egypt: Revisiting Power, Agency, and Autonomy. Cairo 2022, S. 203–215 u. 231–233.
- ↑ William Matthew Flinders Petrie, Francis Llewellyn Griffith: The royal tombs of the first dynasty: 1900 Part 1 (= Memoir of the Egypt Exploration Fund. Band 18, ISSN 0307-5109). The Egypt Exploration Fund, London 1900, S. 85 & 86 (Digitalisat).
- ↑ Toby Wilkinson: Early dynastic Egypt. London / New York 1999, S. 291.
- ↑ Walter B. Emery: Great Tombs of the First Dynasty. 2. Band, London 1954, S. 169, Figur 226.
- ↑ Sarah M. Nelson: Ancient queens. Lanham (Maryland) 2003, S. 94–95.
- ↑ a b Reg J. Clark: Tomb Security in Ancient Egypt from the Predynastic to the Pyramid Age. Oxford (UK) 2016, S. 28–33 u. 68–71.
- ↑ a b Universität Wien, Institut für Ägyptologie: Visualizing an Ancient Egyptian Queen. The Tomb of the 1st Dynasty Queen Meret-Neith at Abydos. Laufendes Projekt mit Grabungsergebnissen auf egyptology.univie.ac.at (Deutsch).
- ↑ a b Toby Wilkinson: Early dynastic Egypt. London / New York 1999, S. 236.
- ↑ Susanne Bickel: Die Verknüpfung von Weltbild und Staatsbild. Tübingen 2009, S. 88–89.
- ↑ a b Günter Dreyer: Abydos Umm el-Qa'ab. In: Kathryn A. Bard, Steven Blake Shubert (Hrsg.): Encyclopedia of the archaeology of ancient Egypt. London 1999, S. 121–127.
- ↑ Hermann A. Schlögl: Das Alte Ägypten. Geschichte und Kultur von der Frühzeit bis zu Kleopatra. München 2006, S. 72.
- ↑ Mächtigste Frau ihrer Zeit - Wein statt Menschenopfer im Grab der ägyptischen Königin Meret-Neith - Aktuelle Ausgrabungen bringen 5.000 Jahre alten Wein zum Vorschein und widerlegen den Mythos von Opferungen von Höflingen. Auf: derstandard.at vom 10. Oktober 2023.
- ↑ Laurel D. Bestock: Early dynastic funerary enclosures of Abydos. In: Archéo-Nil. Band 18, 2008, S. 42–59, hier S. 53–54.
- ↑ Walter B. Emery: Great Tombs of the First Dynasty. 2. Band, London 1954, S. 128.
- ↑ Walter B. Emery: Great Tombs of the First Dynasty. 2. Band, London 1954, S. 128–170.
- ↑ Léonie Chao-Fong: 5 Great Female Rulers of Ancient Egypt. Internet-Artikel vom 10. Mai 2023 auf: historyhit.com (englisch).
- ↑ Melissa In De Nile: Women Crush Wednesday: Merneith. Internet-Artikel vom 9. Dezember 2020 auf wordpress.com (englisch).
- ↑ Robin Morelock Snell: Merneith, first female ruler of Egypt. Internet-Artikel vom 21. August 2025 auf: facebook.com (englisch).
- ↑ Meet Merneith — the mysterious queen of Egypt’s First Dynasty. Internet-Forenbeitrag auf: instagram.com (englisch).
- ↑ Tomb stela of Merneith, possibly the first female pharaoh, from the Umm el-Qa’ab (r.c. 2950 BC). Archivierter Forenbeitrag von 2022 auf: reddit.com (englisch).
- ↑ Danielle S. LeBlanc: In the Court of Kemet (= Ancient Egyptian Romances. Band 1). La Venta West, Kanada 2014, ISBN 978-0-9920802-4-2.
- ↑ Danielle S. LeBlanc: In the Temple of Mehyt (= Ancient Egyptian Romances. Band 2). La Venta West, Kanada 2015, ISBN 978-0-9949751-0-2.
- ↑ Old World. Auf steam.com (Deutsch/Englisch).
- ↑ Queen Mirtnesh & the 70 Thieves. Auf: peopleofplay.com (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Meritneith |
| ALTERNATIVNAMEN | Merneith; Meret-Neith |
| KURZBESCHREIBUNG | Mutter des Königs Hor Den |
| GEBURTSDATUM | 30. Jahrhundert v. Chr. |
| STERBEDATUM | 30. Jahrhundert v. Chr. |
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