Mike Hattrup

Mike Hattrup
Voller Name Michael Hattrup
Nation Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag 7. August 1962 (64 Jahre)
Geburtsort Seattle, USA
Beruf Skisportler, Produktmanager
Karriere
Disziplin Moguls
Status zurückgetreten
Karriereende 1987 (Wettkampfsport)
Platzierungen im Freestyle-Skiing-Weltcup
 Debüt im Weltcup 16. Januar 1987
 

Michael „Mike“ Hattrup (* 7. August 1962 in Seattle, Washington) ist ein US-amerikanischer Extremskifahrer und ehemaliger Freestyle-Skier. Zunächst auf der Buckelpiste aktiv, begann er Mitte der 1980er Jahre in Skifilmen von Greg Stump mitzuwirken. Seinen bekanntesten Auftritt hatte er in Stumps The Blizzard of Aahhh’s. Als Produktmanager war er jahrelang für K2 Sports tätig.

Biografie

Kindheit und Jugend

Mike Hattrup kam 1962 als Sohn eines Rechtsanwalts und einer Lektorin in Seattle zur Welt. Er wuchs mit drei jüngeren Brüdern und einer älteren Schwester im Stadtteil Capitol Hill auf. Als Kind war er sportlich vielseitig aktiv, übte sich in Baseball, Basketball, Fußball, Hockey und Tennis. Sein Bruder Peter spielte später unter anderem für die Seattle Sounders Fußball in der Major League Soccer. Erst im Alter von elf Jahren begann Hattrup im Wintersportgebiet Alpental auf Initiative seiner Mutter mit dem Skifahren. Wenig später kaufte seine Familie eine Berghütte am Crystal Mountain.[1][2]

1979 oder 1980 bestritt Hattrup erste Wettkämpfe auf der Buckelpiste. Im Hinblick auf eine professionelle Laufbahn begann er, herumzureisen und wurde Teil einer Gruppe von Freestyle-Skiern, die sich „(The) Goon Squad“[3] nannte. Während seiner Studienzeit verbrachte er die Winter in Sun Valley, Idaho, Squaw Valley, Kalifornien, und Steamboat Springs, Colorado, wo er nebenbei als Kellner jobbte. Nachdem ihm endlich die Aufnahme in die Nationalmannschaft geglückt war, debütierte er am 16. Januar 1987 in Lake Placid im Freestyle-Skiing-Weltcup. Bei der Landung eines „Helikopters“ erlitt er einen Kreuzband- und Meniskusriss, womit seine Karriere im Leistungssport ein jähes Ende fand.[2]

Filmisches Schaffen

Während er in Steamboat Springs an Moguls-Wettkämpfen teilnahm, lernte Hattrup Geoff Stump kennen, der ihn seinem Bruder, dem aufstrebenden Filmemacher Greg Stump, vorstellte. 1985 hatte er in Stumps zweiter Regiearbeit, Time Waits for Snowman, seinen ersten Auftritt in einem Skifilm.[4] Obwohl er weiterhin im Spitzensport aktiv war und von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen träumte, war er auch im folgenden Jahr in Maltese Flamingo zu sehen. Infolge seines Karriereendes als Freestyle-Skier erlangte er 1988 größere Bekanntheit durch seine Rolle in Stumps The Blizzard of Aahhh’s. Der Film, in dem Hattrup an der Seite von Glen Plake und Scot Schmidt auftritt, wurde hauptsächlich in Chamonix gedreht und war über die Szene hinaus erfolgreich. Hattrup reiste dabei nicht nur das erste Mal nach Europa, sondern konnte sein Können auch erstmals im steilen Gelände abseits der Pisten zur Schau stellen. Einer Einladung in die Today Show konnte er anders als seine beiden Kollegen aufgrund beruflicher Verpflichtungen nicht nachkommen.[1][2]

Auch in Greg Stumps beiden nächsten Filmen, License to Thrill und Dr. Strange Glove, trat Hattrup als Skifahrer in Erscheinung. 1990 arbeitete er außerdem bei dessen Regiedebüt How to Thrill mit Geoff Stump zusammen. Ein Jahr später fuhr er in Born to Ski erstmals für Warren Miller Films. Nach zwei längeren Filmpausen drehte er 2003 und 2014 erneut mit Miller.

Weitere Karriere

Nachdem Hattrup bereits als Highschool-Senior College-Kurse besucht hatte[2], absolvierte er ein Studium in Marketing und Kommunikation[3] an der Seattle University und der University of Washington.[1] Noch vor dem Dreh von The Blizzard of Aahhh’s begann er 1988 im Produktmanagement von K2 Sports zu arbeiten. Einer seiner ersten Aufträge führte ihn als Skitester nach Saas Fee.[2] Danach wirkte er unter anderem bei der Entwicklung des „K2 Extreme“, dem bis heute meistverkauften Skimodell des Herstellers, mit. Nachdem er hobbymäßig bereits als Telemarker aktiv gewesen war, bekam er 1996 das Produktmanagement der entsprechenden Sparte von K2 zugeteilt. Indem er neue Trends bezüglich Form und Taillierung auf die Telemarkski anwandte und ihnen ein auffälliges Design verpasste, machte er K2 Tele mit Modellen wie „Totally Piste“ und „Piste Pipe“ binnen einiger Jahre zum Marktführer.[5][6] Später arbeitete er mit Shane McConkey zusammen[1] und initiierte die Linie K2 Backside, die Rucksäcke, Lawinenschaufeln, Skifelle und anderes Backcountry-Equipment vereint.[5]

Neben seiner langjährigen Arbeit für K2 war Hattrup auch für die Bekleidungsunternehmen Marmot und Outdoor Research tätig. 2016 wechselte er von K2 zu Fischer Skis und übernahm dort die US-Alpinsparte, später arbeitete er noch für Kästle und Black Diamond. Des Weiteren ist er seit 1999 AMGA-zertifizierter Berg- und Skiführer und bietet seine Dienste, darunter Heliskiing-Touren, bei einem global agierenden Abenteuer- und Reiseunternehmen an.[3][5]

Mike Hattrup heiratete 2001 eine professionelle Mountainbikerin[6] und ließ sich in Ketchum, Idaho, nieder. Er ist Vater eines Sohnes und einer Tochter.[3]

Stil und Rezeption

Nicht zuletzt, weil er sich bereits Anfang der 1990er Jahre weitgehend aus dem Skifilmgeschäft zurückzog, erreichte Mike Hattrup nicht den Bekanntheitsgrad seiner beiden Co-Stars aus The Blizzard of Aahhh’s, Glen Plake und Scot Schmidt. John Breese verglich das Trio mit einer Rockband und meinte, Hattrup spiele im Film den „quiet ripper“, wohingegen Schmidt den „Leadgesang“ und Plake die „kreischende Gitarre“ übernehmen würden.[6] Regisseur Greg Stump verpasste ihm den Spitznamen „Cheshire Cat“.[1] Skitechnisch fühlte sich Hattrup trotz seines Hintergrunds als Freestyler alpinen Rennläufern näher als Freestyle-Skiern. Das Carving bei hoher Geschwindigkeit lernte er von den Brüdern Phil und Steve Mahre, mit denen er als K2-Produktmanager zusammenarbeitete.[7] Gegenüber dem modernen Freestyle-Sport, insbesondere seiner einstigen Paradedisziplin Buckelpiste, äußerte er sich kritisch und meinte, die gleichmäßige Beschaffenheit der Kurse würde der Kreativität des Skifahrens schaden.[8] Ebenso kritisch sah er 1993 den Status des Extremskifahrens in den USA:

“Most of America’s so-called extreme skiers are really cliff jumpers – it would never occur to them to climb up. But cliff jumping isn’t really skiing. Anyone can jump off a rock and land in a heap. I’ve never been a huge air guy.”

„Die meisten sogenannten Extremskifahrer der USA sind eigentlich Klippenspringer – es käme ihnen niemals in den Sinn, (den Berg) hochzusteigen. Aber Klippenspringen ist nicht wirklich Skifahren. Jeder kann von einem Felsen springen und in einem Haufen landen. Ich war nie ein großer Fan von Sprüngen.“[7]

2006 listete die Zeitschrift Powder Mike Hattrup als einen der 48 einflussreichsten Skisportler der letzten 35 Jahre.[9] 2021 wurde er neben dem Freestyle-Skier John Eaves und anderen in die U.S. Ski and Snowboard Hall of Fame aufgenommen.

Filmografie

  • 1985: Time Waits for Snowman (Greg Stump Productions)
  • 1986: Maltese Flamingo (Greg Stump Productions)
  • 1988: The Blizzard of Aahhh’s (Greg Stump Productions)
  • 1989: License to Thrill (Greg Stump Productions)
  • 1990: Dr. Strange Glove (Greg Stump Productions)
  • 1990: How to Thrill (Geoff Stump Productions)
  • 1991: Born to Ski (Warren Miller Films)
  • 1992: The Skier’s Guide to the Galaxy (Kompilationsfilm)
  • 2003: Journey (Warren Miller Films)
  • 2009: Legend of Aahhh’s (Dokumentarfilm, Greg Stump Productions)
  • 2014: No Turning Back (Warren Miller Films)

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. a b c d e Mike Powell: ‘Sponsored’ Episode 32: Mike Hattrup. The Powell Movement, 26. April 2017, abgerufen am 10. Juni 2026 (englisch).
  2. a b c d e Mike Powell: Episode 202: Mike Hattrup. The Powell Movement, 29. November 2020, abgerufen am 10. Juni 2026 (englisch).
  3. a b c d Mike Hattrup – Hall of Fame Class of 2021. U.S. Ski and Snowboard Hall of Fame, abgerufen am 10. Juni 2026 (englisch).
  4. Scott Gornall: I Was There. In: Skiing. Januar 2008, S. 26. (Volltext in der Google-Buchsuche) (englisch).
  5. a b c Matt Hansen: Mike Hattrup Still Isn’t Tired of Talking About Skiing. Powder, 13. Januar 2026, abgerufen am 10. Juni 2026 (englisch).
  6. a b c John Bresee: Mike Hattrup – Godfather of Newschool Tele. In: Skiing. März/April 2002, S. 20. (Volltext in der Google-Buchsuche) (englisch).
  7. a b Seth Masia: Skiing the Steeps with Mike Hattrup. In: Ski. Dezember 1993, S. 160–164. (Volltext in der Google-Buchsuche) (englisch).
  8. Jonathan Ellsworth: Mike Hattrup: A Life in Skiing (Ep.311). Blister, 10. Juni 2024, abgerufen am 10. Juni 2026 (englisch).
  9. 48 Skiers Who Shaped Our Sport (Memento des Originals vom 16. März 2023 im Internet Archive)

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