Minzac
Minzac (Aussprache [.mw-parser-output .IPA a{text-decoration:none}mɛ̃ˈzak], okzitanisch Minzac) ist eine französische Gemeinde mit 495 Einwohnern (Stand: 1.…
| Minzac | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Bergerac | |
| Kanton | Pays de Montaigne et Gurson | |
| Gemeindeverband | Montaigne Montravel et Gurson | |
| Koordinaten | 44° 58′ N, 0° 2′ O | |
| Höhe | 26–96 m | |
| Fläche | 15,91 km² | |
| Einwohner | 495 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 31 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24610 | |
| INSEE-Code | 24272 | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Minzac (Aussprache [mɛ̃ˈzak], okzitanisch Minzac) ist eine französische Gemeinde mit 495 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes de Montaigne Montravel et Gurson. Die Einwohner werden Minzacois und Minzacoises genannt.
Geografie


Minzac liegt etwa 58 Kilometer westsüdwestlich von Périgueux, etwa 38 Kilometer westnordwestlich von Bergerac und etwa 23 Kilometer nordnordöstlich von Libourne im Südwesten des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Gironde. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Landais und im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre. Ihr Gebiet befindet sich in den Einzugsgebieten von Dordogne und Garonne und wird entwässert von den Flüsschen Galant, Ruisseau de Coudot, Courbarieu, Escuret, Ruisseau de la Lande und von einem kleineren Fließgewässer.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Minzac liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.
Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine verhältnismäßig bewaldete, mit einzelnen Weinbergen durchzogene, gewellte Landschaft auf mit Erhebungen unter 100 m Höhe. Der topografisch höchste Punkt mit 96 m Höhe befindet sich im äußersten Westen an der Grenze zur Nachbargemeinde Francs. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Süden mit 26 m Höhe beim Austritt des Flüsschens Ruisseau de Coudot aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt im Dordogne-Tal etwas erhöht auf etwa 55 m Höhe.
Rund 52 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen, genutzt, rund 48 % sind bewaldet (Stand: 2018).[2]
Minzac ist von folgenden sieben Gemeinden umgeben:
| Puynormand (Gironde) | Gours (Gironde) | Moulin-Neuf |
| Francs (Gironde) | Villefranche-de-Lonchat | |
| Les Salles-de-Castillon (Gironde) | Montpeyroux |
Klima
Die klimatischen Bedingungen in Minzac werden als warm und gemäßigt eingestuft. Minzac verzeichnet im Jahresverlauf eine beträchtliche Niederschlagsmenge. Dies gilt selbst für den trockensten Monat Juli. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Minzac beträgt 13,8 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 6,1 °C, die höchste im Juli mit 21,8 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 786 mm.[3]
Natürliche und technologische Risiken

Natürliche Risiken manifestieren sich in Minzac neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Bodenbewegungen
Da das Gemeindegebiet zu einem großen Teil mit Wald bedeckt ist, ist Minzac einer starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[4]
Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 2003, 2009 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Minzac besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind, sowie von Erdrutschen, mehr oder weniger langsamen Bewegungen von Hanglagen, bei denen sich das Erdreich ablöst. Ihr Auftreten hängt von der Bodenart, dem Hangwinkel und den Wetterbedingungen ab.
Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung, die das Gemeindegebiet von Nord nach Süd unterquert. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.[5]
Etymologie und Geschichte
Der Name des Dorfes ist in seiner heutigen Form zu Beginn des 12. Jahrhunderts im Zusammenhang mit einem Sakralbau in Sanctus Hilarius de Minzac im Jahre 1121 belegt. Die Variante Menzac aus dem Jahre 1773 ist zweifellos ein Versuch, die Aussprache festzuhalten. Der Name stammt von einem gallorömischen Personennamen, Minucius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Minuciacum, Landgut des Minucius). Es handelt sich um den Namen einer Familie im antiken Rom.[6]
Die im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnte Kirche von Minzac, die dem Priorat Longchapt unterstand, ist dem Heiligen Hilarius von Poitiers geweiht. Sie wurde 1121 an die Abtei La Sauve-Majeure angegliedert. Die Benediktiner gründeten ein Priorat in Villefranche mit der Kirche von Minzac als Filialkirche, die bis zur Französischen Revolution existierte. Villefranche wurde im Mittelalter zu einer Kastellanei erhoben, die zwei Pfarrgemeinden, Villefranche und Minzac, umfasste. Im 16. Jahrhundert geriet Minzac zwischen die Fronten in den Hugenottenkriegen, da der Seigneur von Minzac den Calvinismus annahm. Die Burg von Minzac wurde 1586 von Truppen der Katholischen Liga genommen, in der Folge von Protestanten zurückerobert. Die Kirche von Minzac wurde dabei stark in Mitleidenschaft gezogen. Sie wurde 1878 vollständig neu gebaut.[7]
Bevölkerungsentwicklung
| Minzac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 853 | |||
| 1800 | 729 | |||
| 1806 | 772 | |||
| 1821 | 837 | |||
| 1831 | 978 | |||
| 1836 | 1.333 | |||
| 1841 | 1.113 | |||
| 1846 | 1.089 | |||
| 1851 | 979 | |||
| 1856 | 1.047 | |||
| 1861 | 1.008 | |||
| 1866 | 1.003 | |||
| 1872 | 969 | |||
| 1876 | 1.002 | |||
| 1881 | 990 | |||
| 1886 | 916 | |||
| 1891 | 879 | |||
| 1896 | 937 | |||
| 1901 | 1.006 | |||
| 1906 | 579 | |||
| 1911 | 572 | |||
| 1921 | 563 | |||
| 1926 | 561 | |||
| 1931 | 530 | |||
| 1936 | 525 | |||
| 1946 | 528 | |||
| 1954 | 511 | |||
| 1962 | 430 | |||
| 1968 | 440 | |||
| 1975 | 365 | |||
| 1982 | 318 | |||
| 1990 | 303 | |||
| 1999 | 347 | |||
| 2006 | 412 | |||
| 2013 | 454 | |||
| 2020 | 477 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Der Bevölkerungsrückgang zum Jahre 1906 ist auf die Abtretung von Gebieten zur Gründung der Nachbargemeinde Moulin-Neuf zurückzuführen.
Sehenswürdigkeiten
- Neoromanische Kirche Saint-Hilaire. Das Taufbecken der Vorgängerkirche aus dem 12. Jahrhundert ist seit 1947 als Monument historique der beweglichen Objekte klassifiziert. Es wurde in das Museum von Villefranche-de-Lonchat verbracht.
- Schloss La Plante aus dem 12. und 15. Jahrhundert
- Schloss La Tour aus dem 14. Jahrhundert
- Kleine Motorsport-Rennstrecke
-
Kirche Saint-Hilaire
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2023 waren 238 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Minzac erwerbstätig, entsprechend 78,8 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (80,1 %) höher war als bei den Frauen (77,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 26 Personen im Jahr 2023 niedriger als im Jahr 2017 (33). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 15,6 % (2017) auf 10,9 % (2023).[10]
Branchen und Betriebe
33 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2024 in Minzac wirtschaftlich aktiv:[10]
| Branche | Anzahl | % |
|---|---|---|
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 2 | 6,1 % |
| Baugewerbe | 9 | 27,3 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 6 | 18,2 % |
| Finanzen und Versicherungen | 1 | 3,0 % |
| Immobilien | 2 | 6,1 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 7 | 21,2 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 2 | 6,1 % |
| Andere Dienstleistungen | 4 | 12,1 % |
| Gesamt | 33 |
Landwirtschaft
Minzac liegt in der Zone der geschützten Ursprungsbezeichnung (AOP) der Weine:
- Bergerac blanc, rosé und rouge und
- Côte de Bergerac blanc und rouge.[11]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 20 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 14 im Jahr 2000, auf 10 im Jahr 2010 und auf 7 im Jahr 2020, ein Rückgang von 65 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich erheblich von 436 Hektar im Jahre 1988 auf 264 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 21,8 Hektar auf 37,7 Hektar.[13][14][15]
Fernwanderwege
Der 714 Kilometer lange Fernwanderweg GR 89 „Chemin de Montaigne“ von Lyon nach Saint-Michel-de-Montaigne durchquert das Gemeindegebiet.[16]
Verkehr
Die Autobahn A 89 La Transeuropéenne von Brive-la-Gaillarde nach Libourne in der Nähe von Bordeaux durchquert das nördliche Gebiet der Gemeinde auf einer Länge von etwa 1,3 Kilometern ohne Anschlussstelle Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Minzac mit den Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
- Minzac (französisch) ( vom 18. Dezember 2018 im Internet Archive)
Einzelnachweise
- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 5. August 2026 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 5. August 2026 (französisch).
- ↑ Klima Minzac. Climate-Data.org, abgerufen am 5. August 2026.
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 5. August 2026 (französisch).
- ↑ Natürliche und technologische Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 5. August 2026 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seiten 222–223
- ↑ L. Gardeau: Villefranche-de-Longchapt. (PDF) In: Séances mensuelles de la Société historique et archéologique du Périgord. 6. Oktober 1949, S. 190–214, abgerufen am 5. August 2026 (französisch).
- ↑ Notice Communale Minzac. EHESS, abgerufen am 5. August 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 5. August 2026
- ↑ a b Dossier complet - Commune de Minzac (24272). INSEE, abgerufen am 5. August 2026 (französisch).
- ↑ Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 5. August 2026 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 5. August 2026 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Minzac. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 5. August 2026 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 5. August 2026 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 5. August 2026 (französisch).
- ↑ GR®89 Chemin de Montaigne - De Lyon (Rhône) à Saint Michel-de-Montaigne (Dordogne). gr-infos.com, abgerufen am 5. August 2026 (französisch).
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