Operationshandschuh

Operationshandschuhe sind Einmalhandschuhe, die in der Medizin verwendet werden, um den Patienten vor einer Kontamination der Operationswunde oder der Schleimhïżœ…

Operationshandschuh

Operationshandschuhe sind Einmalhandschuhe, die in der Medizin verwendet werden, um den Patienten vor einer Kontamination der Operationswunde oder der SchleimhĂ€ute zu schĂŒtzen. Außerdem bieten sie dem Anwender einen Schutz vor Infektionen, die durch Blut oder andere Körpersekrete des Patienten ĂŒbertragen werden können.[1] Die ersten modernen Modelle steriler Operationshandschuhe wurden in Nordamerika um 1890 von William Stewart Halsted eingefĂŒhrt und in Europa 1897 von Werner Zoege von Manteuffel. Ein klassisches Operationshandschuhmodell entwickelte Paul Leopold Friedrich 1898.[2]

Material

Operationshandschuhe bestehen aus hochelastischem, wasserfesten Material. Bis heute kommt aufgrund der guten mechanischen Eigenschaften zum Großteil der frĂŒher nahezu ausschließlich verwendete Natur-Latex zur Anwendung. Alternativen fĂŒr medizinisches Personal, bei dem eine Latex-Allergie vorliegt, sind Handschuhe aus synthetischem Isopren-Kautschuk, der die gleichen mechanischen Eigenschaften wie Natur-Latex aufweist, oder Chloropren-Kautschuk, der jedoch steifer ist. Operationshandschuhe aus Nitril-Kautschuk oder PVC kommen derzeit (2011) kaum zum Einsatz.

SterilitÀt

Es kommen ausschließlich Einmalprodukte zur Anwendung. FĂŒr operative oder invasive diagnostische Eingriffe mĂŒssen Operationshandschuhe sterilisiert und dauerhaft steril verpackt sein. Die Sterilisierung erfolgt ĂŒblicherweise mittels Gamma-Strahlung. Bei Operationen mit erhöhter Gefahr von BeschĂ€digungen der Handschuhe werden oft zwei Handschuhe ĂŒbereinander getragen[3] (sog. double gloving). Ist lediglich ein Schutz des Personals bei pflegerischen Maßnahmen erforderlich, werden nicht sterilisierte, hygienisch verpackte Einmalhandschuhe verwendet.

Einzelnachweise

  1. ↑ Anforderungen der Hygiene bei Operationen und anderen invasiven Eingriffen - Mitteilung der Kommission fĂŒr Krankenhaushygiene und InfektionsprĂ€vention am Robert Koch-Institut, Bundesgesundheitsblatt 43 (2000): 644–659; pdf (Memento des Originals vom 4. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.emtec.de
  2. ↑ Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 51.
  3. ↑ M. König, M. Bruha, H. A. Hirsch, Handschuhperforationen bei gynĂ€kologischen Operationen und abdominalen Schnittentbindungen, Geburtsh Frauenheilk 1992; 52: 109–112, doi:10.1055/s-2007-1022963

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