Sotho Blue

Veröffent-lichung

Sotho Blue
Sotho Blue
Studioalbum von Abdullah Ibrahim & Ekaya

Veröffent-
lichung

2010

Label(s)

Intuition Records, Sunnyside Records

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz

Titel (Anzahl)

9

Länge

49:19

Besetzung

Chronologie
Abdullah Ibrahim & WDR Big Band Cologne: Bombella (Gold Train - South Africa)
(2010)
Sotho Blue Mukashi (Once Upon a Time)
(2013)

Sotho Blue ist ein Musikalbum von Abdullah Ibrahim & Ekaya. Die Studio-Aufnahmen erschienen 2010 in Deutschland auf Intuition Records, in den Vereinigten Staaten auf Sunnyside Records.

Hintergrund

Nachdem der südafrikanische Pianist und Komponist Abdullah Ibrahim 1979 und 1980 großformatige Alben wie „African Marketplace“ und „Soweto“ vorgelegt hatte, präsentierte er Anfang der 1980er-Jahre seine Band Ekaya mit einer ersten, selbstbetitelten LP. Das Album Ekaya, ursprünglich 1983 auf seinem eigenen Label Ekapa erschienen, zählt zu den größten Erfolgen des Musikers als Bandleader, notierte Arwulf arwulf. Es folgte ein weiteres Ekaya-Album, African River, das 1989 auf Enja veröffentlicht wurde. Sotho Blue erschien 2010. Nach Ansicht von arwulf klingt es deutlich ruhiger und zurückhaltender als die beiden früheren Alben, die von der Mitwirkung von Carlos Ward und John Stubblefield geprägt waren.[1]

Der Fokus liegt hier auf langsamen Balladen und zurückhaltenden Arrangements wie dem Solo-Pianostück „Abide“, bei dem Ibrahim mit einem gospelartigen Touch und unverkennbarer Wehmut spielt, und dem lieblichen, fröhlichen „The Wedding“, bei dem Altsaxophonist Cleave Guyton ein vierstimmiges Bläserarrangement leitet (mit Keith Loftis am Tenorsaxophon, Jason Marshall am Baritonsaxophon, Andrae Murchison an der Posaune), das nach Ansicht von Michael H. West „die Leichtigkeit der Schritte einer Braut zum [Trau-]Altar“ einfange. „Zurückhaltende Darbietungen bedeuten jedoch nicht, dass die Emotionen gedämpft sind:“ „Nisa“ versah Ibrahim mit einer Duke-Ellington-artigen Orchestrierung.[2]

„Sotho“ ist eine Sammelbezeichnung für Ethnien der Bantu, die Sotho-Tswana-Sprachen sprechen und überwiegend in den Ländern Südafrika, Botswana und Lesotho leben.

Titelliste

  • Abdullah Ibrahim & Ekaya: Sotho Blue (Intuition Records – INT 3433 2)[3]
  1. Calypso Minor 6:20
  2. Sotho Blue 5:24
  3. Abide 2:48
  4. Nisa 6:28
  5. The Mountain 2:50
  6. The Wedding 3:43
  7. Glass Enclosure (Bud Powell) 6:56
  8. Star Dance 5:05
  9. Joan Capetown Flower (Emerald Bay) 9:21

Sofern nicht anders angegeben, stammen die Kompositionen von Abdullah Ibrahim.

Rezeption

Abdullah Ibrahim (2011)

Der Kritiker arwulf arwulf verlieh dem Album in Allmusic dreieinhalb Sterne und schrieb, wie immer bei Ibrahim sei der Einfluss von Duke Ellington und Billy Strayhorn deutlich spürbar. „Calypso Minor“ klinge tatsächlich fast wie ein lange verschollener Bonustrack von einem von Dukes ambitionierten Spätwerkalben wie der „Latin American Suite“ oder der „Afro-Eurasian Eclipse“. Alles auf Sotho Blue inklusive einer Interpretation von Bud Powell „Glass Enclosure“ sei tiefgründig konzipiert und opulent präsentiert. Das Album eigne sich hervorragend als Hintergrundmusik zum Essen und für entspannte Momente, aber auch für stille Betrachtungen und Meditation. Dieser Künstler würde sich stets mit präziser Intention ausdrücken. Eine tiefe Ernsthaftigkeit präge seine Technik als Komponist und Pianist sowie seine Wortwahl.[1]

Sotho Blue markiere eine willkommene Rückkehr zum Ekaya-Format und präsentiere aktualisierte Versionen von Standards aus Ibrahims Repertoire, darunter „The Wedding“ und „Nisa“ aus dem Jahr 1978, meint Ammar Kalia (The Guardian). In der Interpretation seiner Komposition „Joan Capetown Flower (Emerald Bay)“ von 1997 würde eine langsame, wiegende Melodie die Grundlage für ein ineinandergreifendes Duett zwischen Tenorsaxophonist Keith Loftis und Ibrahim bilden. Die fein verwobenen Linien gingen über das Frage-Antwort-Format hinaus und würden sich zu einem komplexen, nuancierten Dialog entwickeln.[4]

Da der südafrikanische Pianist und Komponist Abdullah Ibrahim sein Ekaya-Ensemble als Instrument des Anti-Apartheid-Kampfes gegründet hatte, war Sotho Blue als eine ungeschönte Neuinterpretation von Ibrahims älteren Werken im Kontext der Post-Apartheid-Ära längst überfällig, meint Michael J. West in JazzTimes. Zwanzig Jahre nach dem Ende der Rassentrennung würden Erleichterung und stilles Glück die Stimmung des Albums prägen. Es sei ein Triumph, eines der besten Werke in Ibrahims Karriere, und der Bassist Belden Bullock sei „die Geheimwaffe des Albums“. Mit seinen kraftvollen, aber unaufdringlichen Soli („Calypso Minor“) und gefühlvollen Arpeggios („Star Dance“) liefere er herausragende Arbeit. Er und Schlagzeuger George Gray fehlten jedoch bemerkenswerterweise bei Ibrahims einzigem Ausrutscher, „Glass Enclosure“: Die Band dehne Bud Powells ohnehin schon komplexes Stück unnötig aus und verfremde es so, dass es überladen wirke und seine charakteristische Spannung verliere. Doch selbst mit diesem kleinen Makel gehöre „Sotho Blue“ in die Sammlung jedes Jazzfans.[2]

Einzelnachweise

  1. a b Besprechung des Albums von arwulf arwulf bei AllMusic (englisch). Abgerufen am 28. Juni 2026.
  2. a b MichaelJ.West: Abdullah Ibrahim & Ekaya: Sotho Blue. In: JazzTimes. 1. Mai 2011, abgerufen am 28. Juni 2026 (englisch).
  3. Abdullah Ibrahim & Ekaya: Sotho Blue. In: Discogs. Abgerufen am 20. Juni 2026 (englisch).
  4. Ammar Kalia: From the pain of apartheid to luscious beauty: 10 of the best recordings by jazz legend Abdullah Ibrahim. In: The Guardian. 16. Juni 2026, abgerufen am 28. Juni 2026 (englisch).

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