Talimoro

Talimoro ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Ermera (Gemeinde Ermera).

Talimoro
Talimoro
Fluss in der Aldeia Moris Foun
Daten
Fläche 6,30 km²[1]
Einwohnerzahl 7.842 (2022)[2]
Chefe de Suco Marcelino Xavier
(Wahl 2023)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Bura 2138
Leberti 801
Lima Mesac 435
Moris Foun 1611
Nunusua 1359
Der Suco Talimoro
Talimoro (Osttimor)
Talimoro (Osttimor)
Talimoro
Koordinaten: 8° 44′ S, 125° 25′ O

Talimoro ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Ermera (Gemeinde Ermera).

Geographie

Talimoro
Orte Position[3] Höhe
Bura 8° 43′ 22″ S, 125° 25′ 5″ O 676 m
Fatuk Leten 8° 43′ 3″ S, 125° 25′ 48″ O 695 m
Gleno 8° 43′ 22″ S, 125° 26′ 8″ O 707 m
Leberti 8° 45′ 4″ S, 125° 25′ 10″ O 854 m
Pasehei 8° 43′ 49″ S, 125° 25′ 30″ O 788 m
Politam 8° 44′ 40″ S, 125° 24′ 29″ O 1181 m
Raibiute 8° 44′ 34″ S, 125° 25′ 2″ O 1074 m
Talimoro 8° 43′ 38″ S, 125° 25′ 24″ O 789 m
Toloi Bibalo 8° 44′ 55″ S, 125° 24′ 35″ O 1000 m
Klimadiagramm von Gleno[4]

Talimoro liegt im Norden des Verwaltungsamtes Ermera. Im Westen, Süden und Südosten wird er von den Sucos Poetete Vila und Leguimea umschlossen, die sich aufgrund der verschiedenen Exklaven als Nachbarn Talmoros mehrmals abwechseln. Im Osten grenzt Talimoro an die Sucos Poetete Lodudu und Riheu, im Nordosten an den Suco Lauala und im Norden an die Sucos Tocoluli und Fatuquero, die zum Verwaltungsamt Railaco gehören.[5] Die Nordgrenze bildet der Fluss Gleno, wobei Tocoluli eine kleine Exklave am Südufer hat. Der Goumeca und der Roumetalena, Zuflüsse des Gleno, durchqueren bis zu ihrer Mündung den Nordosten Talimoros. Die Flüsse gehören zum System des Lóis.[6] Berge in Talimoro sind der Foho Titihar (1182 m, !491.2549515625.4069285Lage) im Süden und der Foho Talimoro (803 m, !491.2712435625.4233655Lage) im Norden.[7]

Talimoro hat eine Fläche von 6,30 km²[1] und teilt sich in die fünf Aldeias Bura (Bure), Leberti (Liberty), Lima Mesac (Lima Mesak), Moris Foun und Nunusua.[5][8]

Gleno, die Hauptstadt der Gemeinde Ermera, liegt zum größten Teil im Nordosten von Talimoro. Der Rest dehnt sich in die Sucos Riheu und Lauala aus. Im Süden befinden sich die Dörfer Leberti, Raibiute, Toloi Bibalo und Politam[5] (in anderen Karten „Saheu“),[6] im Norden Talimoro, Pasehei, Bura und Fatuk Leten.[5][6]

Einwohner

In Talimoro leben 7.842 Einwohner (2022), davon sind 3.984 Männer und 3.858 Frauen. 5.372 von ihnen wohnen in einer urbanen Umgebung, 2.470 im ländlichen Teil des Sucos. Im Suco gibt es 1.276 Haushalte.[2] Der Suco ist als urban definiert. Über 82 % der Einwohner geben Tetum Prasa als ihre Muttersprache an. Über 6 % sprechen Mambai und eine kleine Minderheit Tetum Terik.[9]

Geschichte

Verlassene Kirche nahe Saheu/Politam

Anfang 1979 wurden etwa hundert Männer aus der bisherigen Distriktshauptstadt Ermera und dem Suco Ponilala von der indonesischen Besatzungsmacht an den Ort gebracht, wo heute die Stadt Gleno steht. Das indonesische Militär zwang die Männer, das bisher unbewohnte Gebiet zu roden und von der Vegetation zu befreien, damit hier die neue Stadt gebaut werden konnte. Erfüllten die Zwangsarbeiter ihr Tagespensum nicht, wurden sie zur Bestrafung gefoltert. Drei Männer, die zu krank zum Arbeiten waren, wurden von den Soldaten umgebracht. Da man in der Zeit keine Gärten anlegen konnte, erfolgte die Versorgung mit Nahrungsmitteln durch das Militär. Als die Arbeiten an der neuen Distriktshauptstadt Gleno 1983 beendet waren, stellte das Militär die Versorgung ein. Die Familien der Zwangsarbeiter wurde nun ebenfalls nach Gleno zwangsumgesiedelt. Weil immer noch keine Gärten zur Grundversorgung angelegt worden waren, verhungerten Einwohner. Erst ab 1985 durften sich die Bewohner Glenos wieder frei bewegen.[10]

Im Vorfeld des Unabhängigkeitsreferendums in Osttimor 1999 ermordete die pro-indonesische Miliz Darah Merah in Talimoro vier Personen.[11.1] Gleno litt stark während der Unruhen vor und nach der Abstimmung am 30. August. Es kam zu großen Zerstörungen.[12] Deutsche Wahlbeobachter berichteten, dass während der Stimmabgabe pro-indonesische Milizionäre in die Luft schossen und die Wähler mit Steinen bewarfen. Zwei Personen wurden dadurch verletzt. Der Vorkommnis gilt als schwerster Zwischenfall am Tag des Referendums.[13] Die Unabhängigkeitsaktivistin Ana Lemos wurde ermordet.[5][14]

Am 22. November 2007 führten die meuternden Soldaten des Rebellen Alfredo Alves Reinado eine Militärparade in Gleno durch, mit der sie deutlich machen wollten, dass sie sich immer noch als Teil der F-FDTL fühlen. Sie forderten damit die Wiederaufnahme in die Verteidigungskräfte. Reinado drohte vor 500 Zuschauern, er würde die Nation wieder destabilisieren und seine „Soldaten runter nach Dili führen“.[15]

Politik

Luís dos Santos (2022)

1952 wurde Aço Mau Chefe de Suco von Talimoro.[16]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Martinho Soares Martins zum Chefe de Suco gewählt.[17] Bei den Wahlen 2009 gewann Luís dos Santos[18] und wurde 2016 in seinem Amt bestätigt.[19] Bei den Wahlen 2023 wurde Marcelino Xavier gewählt.[20]

Commons: Talimoro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015 (Memento vom 23. September 2019 im Internet Archive).
  2. a b Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.
  3. Atlanten der zwölf Gemeinden und der Sonderverwaltungsregion Osttimors, Stand 2019 (Memento vom 17. Januar 2021 im Internet Archive) (Direcção-Geral de Estatística DGE).
  4. Seeds of Life
  5. a b c d e Direcção-Geral de Estatística: Atlas der Gemeinde Ermera (Memento vom 14. August 2022 im Internet Archive)
  6. a b c Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  7. PeakVisor: Foho Titihar, abgerufen am 10. Juni 2026.
  8. Jornal da República: Diploma Ministerial n.° 16/2017, mit Korrekturen vom 9. Mai 2017, abgerufen am 12. März 2019.
  9. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Talimoro (tetum; PDF; 8,5 MB)
  10. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  11. „Annexe 1: Timor-Leste 1999: Crimes against Humanity“ aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
    1. S. 2780.
  12. Bericht von Amnesty International (Memento vom 12. März 2007 im Internet Archive) (englisch)
  13. Bericht vom Tag des Unabhängigkeitsreferendums
  14. „Chapter 7.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances“ (PDF; 2,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR, S. 2846–2849 (englisch).
  15. Sinchew, 23. November 2007, East Timor: Fugitive Rebel Soldier Threatens New East Timor Government
  16. Belo, Dom Carlos Filipe Ximenes (2011) Os antigos reinos de Timor-Leste (Reys de Lorosay e Reys de Lorotoba, Coronéis e Datos), S. 120. Baucau: Tipografia Diocesana Baucau.
  17. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  18. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  19. Lista Naran Xefe Suku Eleito 2016, 2. Dezember 2016. (Memento vom 14. August 2021 im Internet Archive)
  20. Gemeinde Ermera: POSTO ADMINISTRATIVO ERMERA, abgerufen am 9. Mai 2026.

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