William Wyon

William Wyon RA (* 1795 in Birmingham; † 29. Oktober 1851 in Brighton) war ein britischer Medailleur, Stempelschneider und Graveur. Er war ab 1828 Chefgraveur…

William Wyon
Posthumes Medaillenporträt William Wyons von seinem Sohn Leonard Charles Wyon, 1854

William Wyon RA (* 1795 in Birmingham; † 29. Oktober 1851 in Brighton) war ein britischer Medailleur, Stempelschneider und Graveur. Er war ab 1828 Chefgraveur der Royal Mint und gehörte zu den bedeutendsten britischen Münz- und Medaillenkünstlern des 19. Jahrhunderts. Besonders bekannt wurde er durch seine Porträts Königin Victorias, darunter den sogenannten Young Head auf britischen Münzen und das Porträt, das zur Grundlage des Markenbildes der Penny Black wurde.[1][2]

Leben

Wyon wurde 1795 in Birmingham geboren. Er war der älteste Sohn des Stempelschneiders Peter Wyon und wurde 1809 bei seinem Vater ausgebildet. Früh orientierte er sich an den Arbeiten John Flaxmans; 1813 erhielt er von der Society of Arts eine Goldmedaille für eine Medaille mit dem Kopf der Ceres.[1]

1816 ließ sich Wyon in London nieder und wurde im selben Jahr zum zweiten Graveur der Royal Mint ernannt. In den folgenden Jahren arbeitete er an Stempeln für britische und koloniale Münzen unter Georg III. und Georg IV. Anfang 1828 wurde er Chefgraveur der Royal Mint. 1831 wurde er assoziiertes Mitglied der Royal Academy of Arts, am 10. März 1838 Vollmitglied; nach dem Dictionary of National Biography war dies das erste Mal, dass ein Medailleur zum Royal Academician gewählt wurde.[1]

Wyon war seit 1821 mit Catherine Sophia Keele verheiratet. Das Paar hatte zwei Söhne und zwei Töchter; der älteste Sohn Leonard Charles Wyon wurde ebenfalls Medailleur und Graveur. William Wyon starb am 29. Oktober 1851 in Brighton.[1]

Werk

Young Head Königin Victorias nach William Wyon

Wyon schuf zahlreiche Münz- und Medaillenstempel. Zu seinen bekannten Arbeiten gehören Münzporträts von Georg IV., Wilhelm IV. und Königin Victoria. Sein Victoria-Porträt für die britische Münzprägung von 1838 wurde als Young Head bekannt und blieb auf Teilen der Münzprägung über Jahrzehnte in Gebrauch.[2]

Zu Wyons bekanntesten numismatischen Arbeiten zählen außerdem die Three Graces-Probekrone von 1817, die Una and the Lion-Fünf-Pfund-Münze von 1839 und die neugotische Krone von 1847. Das British Museum führt Wyon als Medailleur und nennt 564 mit ihm verbundene Objekte in seiner Sammlung.[3] Das Royal Mint Museum beschreibt ihn als einen der bedeutendsten Graveure, die je Entwürfe für die britische Münzprägung geschaffen haben.[2]

Bedeutung für die Philatelie

Die Penny Black verwendet ein Victoria-Porträt nach William Wyon.

Für die Philatelie ist Wyon vor allem wegen seines Porträts der jungen Königin Victoria wichtig. Als Chefgraveur der Royal Mint schuf er ein diademgeschmücktes Victoria-Porträt für eine Medaille anlässlich ihres Besuchs in der City of London im November 1837. Rowland Hill schlug dieses Bildnis als Grundlage für die ersten britischen Briefmarken vor.[4]

Für die Penny Black, die Two Pence Blue und die spätere Penny Red fertigte Henry Corbould nach Wyons Medaillenporträt eine Zeichnung an. Das Markenbild wurde anschließend von Charles Heath oder dessen Sohn Frederick Heath für den Stichtiefdruck gestochen und von Perkins, Bacon & Co. in Bogen zu 240 Marken gedruckt. Wyons Victoria-Bild blieb auf britischen Freimarken während der gesamten Regierungszeit Victorias in seinen Grundzügen erhalten.[4]

Wyon war auch direkt an geprägten Postwertzeichen beteiligt: Für britische Ganzsachen wurde ein geprägtes Victoria-Bildnis nach seinem Entwurf verwendet, nachdem die Mulready-Ganzsachen beim Publikum gescheitert waren.[4]

Literatur

  • Leonard Forrer: Wyon, William. In: Biographical Dictionary of Medallists. Band 6. Spink & Son, London 1916, S. 650–687 (Volltext im Internet Archive).
  • Warwick William Wroth: Wyon, William. In: Dictionary of National Biography. Band 63. Smith, Elder & Co., London 1900 (Volltext bei Wikisource).
Commons: William Wyon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Warwick William Wroth: Wyon, William. In: Dictionary of National Biography. Band 63. Smith, Elder & Co., London 1900 (englisch, wikisource.org [abgerufen am 28. Juni 2026]).
  2. a b c William Wyon. Royal Mint Museum, abgerufen am 28. Juni 2026 (englisch).
  3. William Wyon. British Museum, abgerufen am 28. Juni 2026 (englisch).
  4. a b c Douglas N. Muir: William Wyon & the Penny Black. Royal Mint Museum, abgerufen am 28. Juni 2026 (englisch).

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