FS D.442
Die D.442 mit dem Spitznamen Baffone (dt. Schnauzbart) war eine Diesellokomotive der italienischen Staatseisenbahnen Ferrovie dello Stato (FS). Sie wurde wie di…
| FS D.442 | |
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D.442.401 (1959)
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| Nummerierung: | FS D.442.4001 |
| Anzahl: | 1 |
| Hersteller: | Ansaldo |
| Baujahr(e): | 1958 |
| Ausmusterung: | 1976 |
| Achsfolge: | B’B’ |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Länge über Puffer: | 15.200 mm |
| Höhe: | 4.100 mm |
| Drehzapfenabstand: | 8.000 mm |
| Fester Achsstand: | 3.610 mm |
| Gesamtachsstand: | 11.710 mm |
| Treibraddurchmesser: | 1.040 mm |
| Dienstmasse: | 70 t |
| Reibungsmasse: | 70 t |
| Radsatzfahrmasse: | 17,5 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 120 km/h |
| Installierte Leistung: | 2× 800 kW |
| Anfahrzugkraft: | 213 kN |
| Motortyp: | 2× Ansaldo-Maybach MD 650 |
| Motorbauart: | Zwölfzylinder-Viertakt-Dieselmotor mit Aufladung |
| Nenndrehzahl: | 1.500 U/min |
| Leistungsübertragung: | hydromechanisch |
| Kleinster Halbmesser: | 80 m |
Die D.442 mit dem Spitznamen Baffone (dt. Schnauzbart) war eine Diesellokomotive der italienischen Staatseisenbahnen Ferrovie dello Stato (FS). Sie wurde wie die FS D.461 als Großdiesellokomotive nach dem Zweiten Weltkrieg bei Ansaldo mit hydromechanischem Antrieb gebaut. Die 1958 gebaute Lokomotive wurde 1976 ausgemustert und schließlich nach 1999 verschrottet.
Geschichte
Zur Ablösung von Dampflokomotiven auf nicht elektrifizierten Strecken entschieden sich die FS, je eine Diesellokomotive mit elektrischer Kraftübertragung, die D.461, und mit hydraulischer Kraftübertragung bauen zu lassen und im Betrieb miteinander zu vergleichen. Die dieselhydraulische Variante wurde nach dem Vorbild der DB-Baureihe V 200.0 von Ansaldo mit zwei Dieselmotoren und Mekydro-Getriebe als Kraftübertragung gebaut und nach positiven Erprobungsergebnissen 1960 von den FS übernommen.
Die Lokomotive besaß eine Achslast von 17,5 t, das war der Grund, dass eine Weiterbeschaffung vorerst nicht in Frage kam.[1.1] Für die FS wurde die Motorleistung auf 800 kW und die Höchstgeschwindigkeit der Lok auf 120 km/h gedrosselt,[2.1] (bei den Probefahrten war die Lokomotive mit 883 kW und 140 km/h zugelassen),[1.2] sie wurde zuerst im Depot Turin, später im Depot Bari stationiert. Ihre Aufgabengebiet war die Beförderung von schweren Personenzügen und Schnellzügen. Da die Lokomotive keinen Dampfheizkessel besaß, wurde im Winter ein Heizkesselwagen mitgeführt. Die D.442 hatte ursprünglich eine individuelle Lackierung in Form von zwei Schnauzbarthaaren getragen, was ihr auch bald den Spitznamen Baffone (dt. Schnauzbart) einbrachte.[2.1] Später hat sie auch andere Lackierungen erhalten, indem sie dem aktuellen Farbschema der FS angepasst wurde.[3]
Der Zustand der Lokomotive verschlechterte sich im Laufe der Jahre. Ab 1968 war sie im Depot Bologna stationiert und beförderte öfters auch den Adria-Expreß.[2.1] Ihre Einsätze wechselten mit immer häufigeren Ausfällen. Nach einem schwerwiegenden Ausfall musste die Lok schließlich 1976 in Rimini abgestellt werden. Zunächst blieb sie in der Hoffnung auf Übernahme in ein Museum erhalten. Da sich ihr Zustand immer weiter verschlechterte, musste sie 1999 verschrottet werden. Für den Hersteller Ansaldo war die Vorleistung aber nicht umsonst, es führte zu dem Auftrag des Baues der D.342.
Technik
Die Lokomotive lief auf zwei zweiachsigen Drehgestellen, hatte zwei Führerstände und eine zweifachen Maschinenanlage ähnlich der DB-Baureihe V 200.0. Ihre Fahrzeugbegrenzungslinie entsprach den Richtlinien des Internationalen Eisenbahnverbandes.[1.1] Der Lokomotivkasten war vollständig geschweißt. Die Drehgestelle bekamen auf Grund der Getriebeaufhängungen außermittige Lagerungen der Drehzapfen. Bei einem Drehgestellradstand von 3.610 mm betrug der Abstand vom Drehzapfen zum äußeren Radsatz 1.855 mm.[1.1] Die Radsätze waren in Wälzlager geführt und mit Blattfedern abgefedert. Die indirekte Federung der Drehgestelle war eine Wiegenfederung ebenfalls mit Blattfedern.
Die Antriebsanlage bestand aus je einem Zwölfzylinder-Viertakt-Dieselmotor mit Aufladung vom Typ MD 650, er war von Ansaldo auf Lizenz von Maybach entstanden. Als Kraftübertragung wurde in beiden Getrieben je ein Mekydro-Getriebe vom Typ K 104 U verwendet.[1.2] Die Motoren waren elektrisch anlassbar, die Kühlergruppen waren im Dachaufbau untergebracht.
Literatur
- Thomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS, Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1
- Wolfgang Messerschmidt, Geschichte der italienischen Elektro- und Diesellokomotiven, Orell Füssli Verlag Zürich, 1969
Siehe auch
Weblinks
- transportfever2italianfans.forumfree.it: Internetseite über die FS D.442.401
- locomodel.it: Internetseite über die FS D.442
Einzelnachweise
- ↑ Wolfgang Messerschmidt, Geschichte der italienischen Elektro- und Diesellokomotiven, Orell Füssli Verlag Zürich, 1969.
- ↑ Thomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS, Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1
- ↑ www.locomodel.it: Foto von der Modellvariante der D.442 als FS-Variante
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