Ngaparou

Ngaparou ist eine Gemeinde (commune) mit über 10.000 Einwohnern im Département Mbour der Region Thiès im zentralen Westen Senegals. Die Bevölkerung besteht …

Ngaparou
Ngaparou
N'gaparu
N'gaparu (Senegal)
N'gaparu (Senegal)
N'gaparu
Koordinaten 14° 27′ 50″ N, 17° 3′ 30″ WKoordinaten: 14° 27′ 50″ N, 17° 3′ 30″ W
Basisdaten
Staat Senegal
Region Thiès
Département Mbour
Arrondissement Sindia
Höhe 15 m
Fläche 5,1 km²
Einwohner 13.744 (2023)
Dichte 2697 Ew./km²
Gründung 2008
Postleitzahl 23000
Website www.jo.gouv.sn/spip.php?article7215 (Französisch)
Politik
Maire Modou Mbengue

Ngaparou ist eine Gemeinde (commune) mit über 10.000 Einwohnern im Département Mbour der Region Thiès im zentralen Westen Senegals. Die Bevölkerung besteht hauptsächlich aus den Gruppen der Lébou und der Serer.

Geographische Lage

Die Gemeinde Ngaparou liegt als traditioneller Fischereiort und Seebad mit vier Kilometer Küstenlänge an der Petite-Côte. Die Ortsmitte liegt 49 Kilometer südöstlich von Dakar und zehn Kilometer nordwestlich der Départementspräfektur Mbour.[1] Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 5,096 km². Mit den benachbarten Küstenorten Somone im Nordwesten und Saly Portudal im Südosten ist Ngaparou baulich zusammengewachsen. Im Binnenland ist die Gemeinde Sindia mit dem Dorf Nguerigne benachbart.[2]

Geschichte

1445 gelangte der Portugiese António Fernandes bis zu dem im Norden bei Popenguine-Ndayane liegenden Cabo dos Mastros, dem heutigen Cap de Naze.[3] In der Folgeexpedition ein Jahr später erkundete er die Küste erneut und weiter bis in den Süden des heutigen Guineas. Im Anschluss wurden die portugiesisch-senegalesischen Beziehungen geprägt durch Faktoreien, von denen auch eine im benachbarten Saly Portudal entstand. Dort wurde der portugiesische Einfluss auf das Reich Baol ab 1859 durch französische Kolonialbestrebungen unter General Louis Faidherbe abgelöst. In der Folge wurde in Saly ein französisches Fort mit militärischer Besatzung errichtet.

Ngaparou blieb vorwiegend ein Fischerdorf, bis es Anfang des 20. Jahrhunderts wegen seiner breiten Strände und des angenehmen Klimas für den Tourismus geöffnet wurde.

Nach dem Zensus von 1988 umfasste die seit 1972 bestehende Landgemeinde Nguékhokh 20 Dörfer (villages), zu denen auch die Küstenorte Ngaparou (2885 Einwohner) und Somone (1493 Einwohner) zählten. Als der Hauptort Nguékhokh 1996 aus der Landgemeinde herausgelöst wurde und den Status einer städtischen Gemeinde erlangte, wurde Sindia neuer Hauptort. Im Juli 2008 wurden die Dörfer Ngaparou und Somone aus der communauté rurale de Sindia herausgelöst und erhielten per Dekret den Status von städtischen Gemeinden (communes).[4]

Bevölkerung

Die letzten Volkszählungen ergaben für die Gemeinde jeweils folgende Einwohnerzahlen:[5][6][7][8]

Jahr Einwohner
1988 2.885
2002
2013 9.525
2023 13.744

Die Einwohnerzahl von 1988 bezieht sich auf das damalige Dorf. Für den Zensus von 2002 waren solch kleinteilige Daten bislang nicht zugänglich.

Wirtschaft

Die Wirtschaft von Ngaparou basiert auf Fischerei, Handwerk, Handel und Tourismus. Die Landwirtschaft macht nur einen kleinen Teil der Ressourcen der Stadt aus.

Verkehr

Die Gemeinde Ngaparou wird nicht von dem Fernstraßennetz Senegals erschlossen. Von der N 1 zweigt in Nguékhokh eine siebeneinhalb Kilometer lange asphaltierte Stichstraße nach Südwesten ab, die Route de Ngaparou; in der Ortsmitte mündet diese in eine asphaltierte Küstenstraße, die sowohl nach Somone als auch nach Saly Portudal führt. Über die Route de Ngaparou gelangt man von der Gemeinde zur Anschlussstelle 15 Nguékhokh der parallel zur N1 geführten mautpflichtigen Autoroute 1.

Über den in Diass 23 Kilometer entfernt gelegenen Flughafen Dakar-Blaise Diagne ist Ngaparou an das internationale Luftverkehrsnetz angeschlossen.

Kultur

Im überwiegend muslimischen Senegal hat sich hier eine erwähnenswerte katholische Gemeinschaft mit Zentrum in der fünf Kilometer östlich liegenden Kirche in Nguerigne gebildet.[9]

Seit 2009 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit Fès in Marokko Marokko.[10]

Commons: Ngaparou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Entfernungen messen mit Google Maps
  2. Citypopulation: Senegal: Gemeindegliederung
  3. Cap de Naze
  4. DECRET n° 2008-748 du 10 juillet 2008, portant création de communes dans les régions de ... Thiès, ... (Memento vom 10. November 2017 im Internet Archive)
  5. Recensement Général de la Population et de l'Habitat 1988: Link zum PDF-Download der Rapports je Region - RGPH 1988: Repertoire des villages, region de Thiès (Memento vom 11. September 2024 im Internet Archive; PDF; 619 KB); alle Dörfer und Weiler (CR Nguékhokh) siehe Seite 11 der Datei
  6. ANSD: Résultats préliminaires du Troisième Recensement Général de la Population et de l’Habitat du Sénégal de 2002 (RGPH-III) (Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive); Sindia Seite 35 der PDF-Datei 1,64 MB
  7. ANSD: Rapport Projection de la Population du Senegal 2013 - 2063 (RGPHAE 2013) Zahlen für 2013 Seite 17–46 der PDF-Datei 1,553 MB
  8. Citypopulation: Senegal: Gemeindegliederung
  9. Nguerigne Sérèr bei Geonames
  10. Accords de Jumelages et de coopérations de la ville de Fès. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 7. April 2019; abgerufen am 3. Januar 2021.

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