World Design Capital
World Design Capital (WDC) ist der Titel für ein einjähriges Programm der World Design Organization (WDO). Mit dieser Initiative der WDO sollen Städte oder M…

World Design Capital (WDC) ist der Titel für ein einjähriges Programm der World Design Organization (WDO). Mit dieser Initiative der WDO sollen Städte oder Metropolregionen im Bereich Design als Welthauptstadt anerkannt, ausgezeichnet und Designveranstaltungen sowie die lokale Design-Community mit überwiegend öffentlichen Mitteln gefördert werden.[1]
Der Titel World Design Capital wird seit 2008 alle zwei Jahre von der WDO auf der Grundlage eines weltweiten Bewerbungsverfahrens an Städte vergeben, die ein für die WDO überzeugendes Konzept für eine nachhaltige Verbesserung der sozialen, kulturellen, ökonomischen und ökologischen Lebensbedingungen in ihrer Stadt(region) durch Designprojekte entwickelt haben.
Seit Oktober 2017 verpflichtet sich die WDO als Referenzrahmen für ihre Programme die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen bei der Stadt- und Regionalentwicklung zu nutzen.[2] (siehe auch: UNESCO City of Design).
Das Auswahlverfahren legt Wert auf Skalierbarkeit, breite Beteiligung und greifbare Vorteile für die Einwohner, wobei der Schwerpunkt auf einer nachweisbaren Integration von Design in die städtischen/regionalen Ziele liegt.
Die designierten Städte sind auf der Grundlage eines Host City Agreement (HCA) vertraglich verpflichtet, die Finanzierung des von der Kultur- und Kreativwirtschaft der jeweiligen Stadt/Region getragenen WDC-Jahres zu garantieren (pay-to-play).[3] Im Rahmen einer abschließenden WDC Convocation Ceremony (Übergabefeier) sollen unter anderem erste Ergebnisse einer Wirkungsanalyse vorgestellt werden, die den Erfolg des WDC-Jahres dokumentieren.[4]
Ziele des WDC Programms
Folgende Ziele werden von der WDO genannt:[5]
- Die mit dem WDC-Titel ausgezeichnete Stadt(region) soll zeigen, wie sie mit dem Einsatz von Design sich selbst neu erfindet und die Lebensqualität ihrer Bewohner verbessert.
- Die Sichtbarkeit der ausgezeichneten Stadt(region) und ihrer Design-Community auf der internationalen Bühne soll erhöht werden.
- Die Öffentlichkeit soll für die Kraft des Designs zur Stärkung der wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Entwicklung der Stadt(region) sensibilisiert werden.
- Die ausgezeichnete Stadt(region) soll andere Städte inspirieren, Design als strategisches Instrument für Wachstum und Wohlstand einzusetzen.
- Es soll ein internationales Netzwerk geschaffen werden, in dem Stadt(regionen) best practices für innovative Gestaltung austauschen.
- Es soll sichergestellt werden, dass der positive Einfluss von Design auch nach Ablauf des WDC-Jahres in der Stadt(region) weiter wirkt.
Durch die Ernennung zur World Design Capital können sich für eine Stadt/Metropolregion folgende Vorteile ergeben:
- Anerkennung für ihren innovativen Einsatz von Design zur Stärkung der wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Entwicklung. Profilierung im Rahmen des Stadt- und Regionalmarketing.
- Beitritt zu einem internationalen Netzwerk, in dem Städte und Gemeinden innovative, designorientierte Programme und Strategien zur Stadterneuerung kennenlernen und austauschen können.
- Zunahme von Tourismus und Investitionen.
- Aufbau eines weltweiten Rufs als führendes Zentrum für Design, Kreativität und Innovation.
Bewerbung, Planung und Umsetzung
Bewerbung
In ihrer Bewerbung müssen die Städte nachweisen, wie ihre Regierung, Industrie, Bildungseinrichtungen, Designer und die Bevölkerung einzeln und gemeinsam daran arbeiten, ihr städtisches Umfeld zu revitalisieren und neu zu gestalten. Jede Stadt muss zeigen, dass sie von der lokalen Regierung finanziell unterstützt wird. Auswahlkriterien sind:[5]
- Die vorhandenen Design-Ressourcen einer Stadt(region).
- Die Pläne der Stadt(region) zur Selbsterneuerung durch Design.
- Welchen Nutzen die Bewohner der Stadt(region) durch den Einsatz von Design in der Stadt- und Regionalplanung haben werden.
- Die Fähigkeit, ein ganzjähriges Programm von Designveranstaltungen zu organisieren und zu finanzieren.
- Die Mobilisierung und Beteiligung der breiteren Design-Community und großer Teile der Bevölkerung und der Besucher.
- Die Förderung eines breiteren Dialogs über Strategien zur urbanen und regionalen Revitalisierung.
Der Auswahlausschuss der WDO bewertet die Bewerbungen und nimmt bis zu drei Städte in die engere Wahl.
Nach der Bekanntgabe der Auswahlliste führen Mitglieder des WDC-Organisationskomitees Stadtbesuche durch, um sich mit Vertretern der Bewerberstädte zu treffen und die in den Bewerbungen enthaltenen Informationen zu überprüfen.
Die abschließende Auswahlsitzung findet etwa sechs Monate nach dem Ende der Bewerbungsfrist statt.
Planung
Nach der Bekanntgabe hat die neu ernannte Stadt(region) zwei Jahre Zeit, um sich auf die Durchführung ihres Programms für designbezogene Veranstaltungen vorzubereiten. Es wird eine Organisationseinheit geschaffen, welche die verschiedenen Projekte verwaltet und die Identität ihrer Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der WDO entwickelt.
Jede Weltdesignhauptstadt muss ein Jahresprogramm mit Designveranstaltungen entwickeln, organisieren und finanzieren, das Nutzen und Wert von Design und Designwirtschaft für die Stadt und ihre Bürger überzeugend darstellt. Darüber hinaus soll mit medialer Präsenz sichergestellt werden, dass auch nationale und internationale Besucher angezogen werden.
Zusätzlich zu diesen lokalen Veranstaltungen muss jede WDC acht WDC-Signature Events in Zusammenarbeit mit der WDO organisieren:[5]
- WDC Signing Ceremony: Die Unterzeichnungszeremonie soll Gelegenheit bieten, wichtige Interessenvertreter, darunter Regierungsvertreter, die Design-Community, lokale Medien und Unternehmen, einzuladen, um die offizielle Unterzeichnung des WDC-Gastgebervertrags mitzuerleben und zu feiern. Es ist die erste offizielle WDC-Veranstaltung und die einzige WDC-Unterzeichnungsveranstaltung, die außerhalb des benannten Jahres stattfindet, normalerweise im ersten Quartal des Jahres nach der offiziellen Bekanntgabe der benannten WDC-Stadt(region).
- World Design Street Festival: Das Street Festival ist die Eröffnungsfeier für das WDC-Kalenderjahr. Die Festivitäten sind erlebnisorientiert und sollen sich darauf konzentrieren, Begeisterung und Engagement der Bürger für das kommende Jahr zu wecken. Das Festival soll so viele Menschen wie möglich, einschließlich internationaler Besucher, dazu bringen, Designaktivitäten durch Konzerte, öffentliche Designwerkstätten, Ausstellungen oder Tage der offenen Tür in Designstudios persönlich zu erleben.
- World Design Spotlight: Die Veranstaltung soll Design als wirkungsvolles Instrument für die Stadtentwicklung hervorheben und zeigen, warum die WDC-Gastgeberstadt die Auszeichnung erhalten hat. Sie ist als eine Hommage an die Design-Community der Stadt(region) konzipiert und soll die lokalen Beiträge, die zur Ernennung der Stadt(region) zum WDC geführt haben, unterstreichen. Außerdem sollen die best practices im Bereich Impact Design auf internationaler Ebene gewürdigt werden.
- World Design Experience: Die World Design Experience ist ein interaktives Schaufenster für Design aus aller Welt, das sieben Tage lang stattfinden soll. Der Schwerpunkt soll dabei auf dem Nutzererlebnis liegen. Dieses WDC-Signature-Event soll Medienaufmerksamkeit erzeugen und ein Hauptanziehungspunkt für internationale Besucher werden.
- World Design Policy Conference: Diese Konferenz soll eine globale Plattform für den Austausch von Ideen, Erkenntnissen und best practices aus verschiedenen Ländern, Regionen und Städten bieten, um eine effektive Designpolitik entwickeln, einführen und aufrechterhalten zu können. Als inhaltsreichste der WDC-Signature-Events sollen ihre Ergebnisse den Grundstein für ein Design-Programm legen, das der Design-Community und den Bürgern zugutekommt und über das WDC-Jahr hinaus wirkt.
- World Design Week Forum: Diese Veranstaltung soll die Anlaufstelle für Organisatoren von Designwochen aus der ganzen Welt sein, um best practices und Erfahrungen auszutauschen. Es soll auch Städten, die noch keine Designwoche veranstalten, die Möglichkeit bieten, die Informationen, Instrumente und Unterstützung zu erhalten, die für die Initiierung einer solchen Veranstaltung erforderlich sind.
- World Design Network of Cities Meeting: Das Treffen ist ein Forum für kommunale Vertreter, einschließlich, aber nicht beschränkt auf die Bürgermeister der vom WDC ernannten Städte. Diese von der WDO geleitete Veranstaltung soll die Möglichkeit bieten, einen aktiven Dialog über Design im Leben einer Stadt(region) seit dem Jahr der WDC-Ernennung zu führen. Ziel des Treffens ist es, die Erfolge der WDC-Programme hervorzuheben und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den WDC-Städten und anderen designorientierten Städten zu identifizieren.
- World Design Capital Convocation Ceremony: Die Einberufungszeremonie ist eine symbolische Veranstaltung, bei der die Erfolge des WDC-Jahres gewürdigt werden und der Titel des WDC offiziell an die neue Stadt(region) übergeben wird. An der Zeremonie nehmen Vertreter der Stadt, die lokale WDC-Führung, die Design-Community, die Medien sowie die politische Führung und das Planungsteam des neuen WDC teil.
Umsetzung
Während des WDC-Jahres arbeiten die WDO und die ausgewählte Stadt(region) zusammen, um sicherzustellen, dass das Programm effektiv beworben und durchgeführt wird.
World Design Capitals
Chronologisch absteigend:
2028: Busan (Südkorea)
Im Juli 2025 gab die WDO bekannt, dass die Stadt Busan mit dem Thema Inclusive City, Engaged Design zur World Design Capital 2028 ernannt wurde. Mitbewerberin war die chinesische Stadt Hangzhou.[6][7]
Am 24. März 2026 fand im Busan Port International Exhibition & Convention Center die 2028 World Design Capital (WDC) Busan International Conference mit dem Thema Resilient & Connected by Design statt.[8] Bürgerbeteiligung soll in der Umsetzungsphase eine zentrale Triebkraft sein. Die Stadt beabsichtigt die Initiativen Future Busan Design Corps und Citizen Empathy Design Corps ins Leben zu rufen, um eine direkte Einbindung der Bürger von der politischen Planung bis zur Umsetzung sicherzustellen und gleichzeitig gemeindeorientierte Projekte wie das Urban Decluttering Project, das Happy Toilet Project und das Busan Street Design Project auszuweiten.[9]
Am 27. März 2026 wurde der Schauspieler Lee Junho bis Februar 2027 zum Botschafter der WDC 2028 ernannt. Er soll als "Global Face" für Busans Designvision werben.[10]
Im August 2026 wurde Busan auch als Gastgeberstadt für die UNOC4 in 2028 ausgewählt.[11]
2026: Frankfurt RheinMain (Deutschland)
Bewerbung und Nominierung (2014 – 2023)
Die Initiative zur Bewerbung ging 2014 von der Werkbundakademie Darmstadt aus.[12][13][14][15][16][17] Die Bewerbung sollte den jahrelangen, umfassenden sozialen Wandel in der Metropolregion Rhein-Main, die über 460 Städte und Gemeinden mit 5,8 Millionen Einwohnern umfasst, thematisieren. Neben Frankfurt am Main beinhaltet die polyzentrische Region die Großstädte Offenbach am Main, Hanau, Darmstadt, Wiesbaden und Mainz.
Anfang 2021 begrüßte der Magistrat der Stadt Frankfurt die Idee einer Bewerbung der Region Frankfurt RheinMain als World Design Capital 2026 als Chance, das Zusammenleben in der Region durch Design positiv zu beeinflussen und den Kreativstandort Frankfurt RheinMain zu stärken.[18][19]
Im November 2021 führte die Werkbundakademie Darmstadt gemeinsam mit dem Deutschen Werkbund und dem Werkbund Rheinland-Pfalz die erste Zukunfts-WerkBUNDstatt durch.[20] Dort wurde erstmals der Claim „Design for Democracy. Atmospheres for a better Life“[21] von Matthias Wagner K vorgestellt.
Im November 2021 beschlossenen die Vertreterinnen und Vertreter der im Kulturfonds Frankfurt RheinMain verankerten Städte, Landkreise und Kommunen in einer Sitzung unter Leitung der Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig, Matthias Wagner K als Leiter der Bewerbung um den Titel WDC 2026 zu beauftragen. Unter dem von Matthias Wagner K, Direktor des von der Stadt Frankfurt getragenen Museums Angewandte Kunst[22][23], entwickelten Thema Design for Democracy. Atmospheres for a better life positioniert die von der Design FRM gGmbH eingereichte Bewerbung Design als ein Werkzeug, mit dem Bürgerinnen und Bürger stärker an der Erhaltung demokratischer Systeme und Räume teilhaben können.[24][25][26][27] Die reiche Kulturgeschichte der Region (unter anderem: Entwicklung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg, das erste gesamtdeutsche Parlament, Jugendstil auf der Mathildenhöhe und das Stadtplanungsprogramm Neues Frankfurt: Ernst May, Ferdinand Kramer) bilden die Grundlage für die Bewerbung.[28]
Im März 2022 hat der Deutsche Design Club in Frankfurt am Main einen vom Rat für Formgebung unterstützten Konvent für Demokratisches Design veranstaltet.[29][30][31][32][33] Teilnehmer waren der Leiter der Bewerbung und Direktor des Museum Angewandte Kunst Matthias Wagner K, der Sozialpsychologe und Publizist Harald Welzer, die Designerin Uli Mayer-Johanssen, der Unternehmensberater Armand Zorn, die Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff und der Pädagoge Meron Mendel.
Im September und Oktober 2022 fand eine Tour mit einem Werkstattwagen und Workshops in der gesamten Region RheinMain statt, um die Projektinitiative bekannt zu machen.[34]


Am 20. Juni 2023 gab die WDO die Shortlist der Kandidaten für die Nominierung als WDC im Jahr 2026 bekannt.[35] Die Mitglieder des Strategieforums Rhein-Main begrüßten die positive Resonanz in der Region auf die Bewerbung.[36]
Die World Design Organization (WDO) gab am 13. September 2023 bekannt, dass die Region Frankfurt RheinMain mit der Bewerbung »Design for Democracy. Atmospheres for a better life«[37] den Titel World Design Capital 2026 erhält.[38][39][40][41] Im Rahmen der World Design Assembly der WDO vom 27. bis 29. Oktober 2023 in Tokio wurde der Titel an Frankfurt RheinMain offiziell verliehen.[42][43][44]
Praktisch umfasst die nominierte WDC-Region neben der Großstadt Frankfurt am Main, die kreisfreien Städte Offenbach am Main, Hanau, Darmstadt und Wiesbaden sowie ausgewählte Städte und Gemeinden in den Landkreisen des Regierungsbezirks Darmstadt: Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis, Rheingau-Taunus-Kreis, Wetteraukreis, Main-Kinzig-Kreis, Landkreis Groß-Gerau, Landkreis Offenbach, Landkreis Darmstadt-Dieburg, Landkreis Bergstraße und Odenwaldkreis.

Vorbereitungsphase (2024 – 2025)
2024
Am 16. April fand die Auftaktveranstaltung zur WDC2026 im Congress Park Hanau statt, an der auch Hanna Harris, Chief Design Officer der WDC2012-Stadt Helsinki teilnahm.[45] Höhepunkt dieser sogenannten Signing Ceremony war die symbolische Unterzeichnung des Vertrages der Region mit der WDO über die Ausrichtung des WDC-Jahres 2026.[46][47][48][49][50][51]
Im Rahmen des Open Call wurden bis Ende Oktober über 1.000 Projektideen und Beteiligungsangebote eingereicht, die von einem zehnköpfigen Expert:innenrat (Friedrich von Borries, Pelin Celik, Sarah Fasbender, Thomas A. Geisler, Steve Hiobi, Eileen Mandir, Lena Marbacher, Claudia Neu, Ricarda Pätzold, Laura Weißmüller)[52] geprüft werden.
Ende September stellten Barbara Lersch und Kai Rosenstein vom WDC-Organisationsteam im Frankfurter Presseclub die Kommunikationsstrategie der WDC2026 vor. Ziel sei es, eine breite und nachhaltige Bewegung für Design und Demokratie in der Region Frankfurt RheinMain anzustoßen. Die Etablierung einer Position Chief Design Officer (CDO), wie dies in Helsinki realisiert wurde, stehe nicht im Mittelpunkt. Thematisiert und kontrovers diskutiert wurden unter anderem der erweiterte Designbegriff[53][54] sowie das noch fehlende Engagement von Unternehmen und der Finanzindustrie für das WDC-Projekt.[55][56]
2025
Ende Januar wurde in Friedrichsdorf als Dritter Ort die neugestaltete Stadtbücherei eröffnet. Der Umbau wurde mit Fördermitteln aus dem Städtebauförderprogramm Lebendige Zentren und von der Bibliotheksförderung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur mitfinanziert. Bei der Eröffnung hob Kulturminister Timon Gremmels die demokratische und integrative Funktion von Bibliotheken hervor; Digitalministerin Kristina Sinemus lobte die moderne digitale Ausstattung.[57][58]
Im Rahmen der Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente wurden Anfang Februar 2025 erste vorläufige Programmpunkte der WDC2026 präsentiert.[59][60][61]
Ab Frühjahr ging die WDC2026 mit der Programmvorschau Looking forward - Das Morgen gemeinsam gestalten national und international auf Tour, um die Kultur- und Kreativwirtschaft der Region als Zentrum für innovatives Design zu präsentieren und internationale Partnerschaften aufzubauen.[62]
Im Juli schloss die Stadt Offenbach einen Kooperationsvertrag mit DesignFRM gGmbH zu World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026.[63]
Ende Juli veröffentlichte der Deutsche Design Club den ersten "WDCast" mit Gesche Joost, Vera Baur und Philipp Cartier mit dem Titel Brauchen wir Design?[64] Neben dem WDCast soll auch ein Diskurs-Newsletter dazu einladen, tiefer in die Themen der WDC 2026 einzutauchen.
Anfang September
- suchte das gemeinnützige Unternehmen Lust auf besser leben gGmbH im Rahmen des Projekts DemokratieKioske Künstler und Kreative, die zwischen Mai und September 2026 an elf Standorten mit insgesamt 75 Tagesveranstaltungen und 45 Abendveranstaltungen in der Region RheinMain Menschen zum Mitmachen einladen und Demokratie als Praxis erlebbar machen sollen.[65][66]
- startete im Rahmen der Vorbereitung zur WDC2026 das Projekt "KulturErben" der Staatlichen Zeichenakademie Hanau.[67]
Im Oktober berichtete die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main in ihrem Magazin IHK WirtschaftsForum über die WDC2026 im Rahmen des Fokusthemas "Erfolgsfaktor Kreativität".[68]
Der in Kooperation mit der WDC-Initiative vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum geförderte "Feels like Hessen"–Kalender für 2026 steht unter dem Motto "Looking forward – das Morgen gemeinsam gestalten" soll Visionen für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung zeigen, die Inklusion, kulturelle Vielfalt und Gemeinschaft in den Mittelpunkt rücken.[69][70]
Die Hochschule Darmstadt informierte Anfang November, dass ab Dezember bis Frühjahr 2026 im Kontext der WDC2026 drei öffentliche Diskussionsveranstaltungen unter der Überschrift "Demokratie gestalten" stattfinden:[71]
- Demokratie im Netz: Zwischen Desinformation und Technophobie.
- Demokratie bauen: Wie Design und Infrastruktur Menschen verbinden kann.
- Wer darf hier entscheiden? Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt.
Ende November
- eröffneten Studierende der Hochschule RheinMain die Projektausstellung "Design for Democracy" im Haus der Heimat in Wiesbaden.[72]
- gab die Architektin, Autorin und Kuratorin Anna Scheuermann im Gespräch mit Christoph Scheffer (hr-inforadio) einen Ausblick auf WDC2026.[73]
- diskutierten Flurina Schneider (Wissenschaftliche Geschäftsführerin des ISOE), Volker Mosbrugger (Präsident der Polytechnischen Gesellschaft), Marcus Gwechenberger (Dezernent für Planen und Wohnen, Frankfurt) und Andreas Hofer (Geschäftsführer IBA'27 StadtRegion Stuttgart) im Haus am Dom in Frankfurt über die Herausforderungen für die Gestaltung der Stadt Frankfurt von morgen.[74]
Am 2. Dezember wurde im Haus der Architekten in Wiesbaden im Rahmen des DesignDialog von "sam – Stadtmuseum am Markt" über die Zukunft der der produktiven Stadt diskutiert.[75][76]
Die VHS Frankfurt programmiert im Rahmen der WDC2026 einen Schwerpunkt zu Demokratie als Gestaltungsprinzip.[77]
Im Dezember gestalten Jugendliche von Schulen aus Frankfurt und Offenbach im Rahmen der WDC2026 die Vitrinen der Kunststation U-Bahn Hauptwache. Eröffnet wurde die Ausstellung von Schirmherr Marcus Gwechenberger, Dezernent Planen und Bauen der Stadt Frankfurt.[78][79]
Die Stadt Frankfurt erwartet von der WDC2026 für Frankfurt und die Region RheinMain folgende nachhaltige Effekte:[80]
- Stärkung der regionalen Kreativ- und Designbranche.
- Impulse für innovative Stadtentwicklung in der Region.
- Internationale Strahlkraft für die Marke "Frankfurt RheinMain".
- Neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Kultur und Stadtgesellschaft in der Region.
Organisation und Finanzierung
Organisation
Die WDC2026 versteht sich als partizipative Plattform. Das Programm der WDC2026 setzt sich aus eigenen Leitformaten („WDC Highlight Events“), Kooperationen mit Partnerinstitutionen sowie aus Open-Call-Projekten zusammen, ergänzt durch Beteiligungs- und Unterstützungsformate für Interessierte und Programm-Macher.[81]
2024 begann die Programmplanung mit einem Open Call zur Einreichung von Projektideen zur WDC. Für die Finanzierung dieser Projekte sind 4,5 Millionen Euro eingeplant. Dies entspricht rund einem Drittel der insgesamt bereitgestellten öffentlichen Gelder.[82]
Die KulturRegion FrankfurtRheinMain,[83] ein Zusammenschluss von 50 Landkreisen, Städten, Gemeinden und dem Regionalverband FrankfurtRheinMain (unter anderem Initiator von Route der Industriekultur Rhein-Main) bündelt unter dem Thema Demokratie bauen! Rathäuser und Gemeinschaftsbauten gestern und heute Projekte und Aktivitäten, die 2026 auch im Rahmen der WDC2026 sichtbar werden sollen.[84]
Ende November 2024 wurde die Kulturmanagerin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur[85] Carolina Romahn von den Gesellschaftern der DesignFRM gGmbH, Matthias Wagner K und Roland Lambrette[86], an die Spitze des Organisationsteams der WDC 2026 berufen.[87][88][89][90] Unterstützt wird Romahn durch ein interdisziplinär zusammengesetztes, von Volker Mosbrugger, Präsident der Polytechnischen Gesellschaft, geleitetes Kuratorium, das sich in einen Fachbeirat für die inhaltlich-strategische Ausrichtung und einen Finanzausschuss gliedert.[91]
Organisiert wird die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 von der DesignFRM gGmbH, einer Projektgesellschaft mit Sitz im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main.[92]
Finanzierung
Bis zum Abschluss des Vorhabens Ende 2026 sollen insgesamt etwa 21 Millionen Euro öffentliche Gelder fließen. Das Projekt wird vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum im Rahmen der Innovationsförderung Hessen in der Maßnahme "Förderung von Einrichtungen der Kultur- und Kreativwirtschaft" mit 7 Millionen Euro gefördert. Gefördert werden Projekte, die geeignet sind, die Wettbewerbsfähigkeit, die fachliche Qualifikation oder die Wahrnehmung der hessischen Kultur- und Kreativwirtschaft zu steigern. Von dieser Förderung ausgenommen sind Kulturprojekte.[93][94] Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain fördert das Projekt mit 1 Million Euro[95][96][97]. Träger des Projekts ist die Stadt Frankfurt am Main unter Federführung des Dezernats für Kultur und Wissenschaft[98] mit 6 Millionen Euro Förderbeitrag.[99] Darüber hinaus sollen Kommunen und Kreise der Region zum Budget beitragen.[100][101]
Im Frühjahr 2024 sagte die Stadt Mainz die Beteiligung an der WDC aus finanziellen Gründen ab. Bei der Unterzeichnung des Letters of Support im März 2023 sei die geforderte Beteiligungssumme in Höhe von 3 Millionen Euro nicht bekannt gewesen.[102][103]
Im Hessischen Landtag stellten Bündnis 90/Die Grünen Ende Oktober 2025 eine Kleine Anfrage zum Thema Landesmittel für World Design Capital Frankfurt Rhein-Main 2026.[104]
Ende Oktober 2025 erfolgte über das Portal FragDenStaat auf der Grundlage des Öffentlichkeitsprinzips eine Anfrage an das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum hinsichtlich „Informationen zur Finanzierung des World Design Capitals 2026 mit öffentlichen Mitteln“.[105] Nach Auskunft des Ministeriums beläuft sich das von der Design FRM gGmbH gegenüber dem Land Hessen kommunizierte Gesamtbudget des WDC2026 auf ca. 14,04 Mio. Euro. Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlicher Raum trage mit ca. 5,5 Mio. Euro zur Förderung bei, andere hessische Ministerien seien an der Finanzierung des WDC2026 nicht beteiligt.[106]
In einem Gespräch mit dem Journal Frankfurt im Dezember 2025 gab die Geschäftsführerin des WDC-Teams Carolina Romahn an, dass für die Ausrichtung und Umsetzung des WDC-Jahres insgesamt etwa 14,3 Millionen Euro zur Verfügung stünden, davon kämen jeweils 6 Millionen Euro vom Land Hessen und der Stadt Frankfurt, weitere 2,3 Millionen Euro stelle der Kulturfonds Frankfurt RheinMain zur Verfügung. Die Nutzung dieser Mittel sei klar aufgeteilt: ein Drittel werde für das Programm verwendet, ein Drittel für Kommunikation, Marketing und internationales Branding und ein Drittel entfalle auf die Finanzierung des WDC-Betriebs und Mitarbeiter.[107][108]
Umsetzungsjahr 2026
Auftakt und Zielsetzung
Bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung der WDC 2026 am 16. Januar in der Centralstation in Darmstadt bezeichnete der hessische Ministerpräsident Boris Rhein Hessen als herausragenden Standort für die Kreativwirtschaft und zeigte sich überzeugt, dass die WDC-Projekte und -Events internationale Gäste nach Hessen ziehen werden.[109][110][111][112][113][114]
Die WDC-Eröffnungspressekonferenz fand am 15. Januar in Frankfurt am Main statt.[115][116][117] Die WDC 2026 verstehe sich als Impulsgeber weit über das Veranstaltungsjahr hinaus. Die langfristige Verankerung demokratischer Gestaltung in der Region ruhe auf drei Säulen:[118]
- Projekte, die zeigen, wie Design demokratische Prozesse verbessern kann
- dauerhafte Strukturen wie Institutionen, Rollen und Orte
- messbare Ergebnisse durch Studien, die Veränderungen erfassen und Lernprozesse ermöglichen.
Top down soll Design durch den Design Action Plan FRM 2030, Chief Design Officers und neue Modelle für öffentliche Projekte systematisch in Verwaltung und Politik integriert werden. Bottom-up soll durch den FRM Design Hub, den WDC-Campus, die Open-Design Week und Weiterbildungsangebote die demokratische Gestaltungskompetenz in der Region gestärkt werden. Benedikt Kuhn, Chef der Hessischen Staatskanzlei, sieht in der WDC gerade im Jubiläumsjahr des Landes Hessen[119] eine große Chance, Design Value "Made in Hessen" auf die Weltkarte für Design-Exzellenz zu setzen.[120]
In einem Gespräch mit dem Kunstmagazin Monopol Anfang Januar erläuterte die Leiterin des WDC-Organisationsteams Carolina Romahn, bei dieser WDC gehe es darum zu verdeutlichen, dass die Region Frankfurt RheinMain nicht nur ein bedeutender Finanz- und Handelsplatz sei, sondern auch die Kultur- und Kreativwirtschaft einen nennenswerten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt und zu Nachhaltigkeit und Demokratie in dieser polyzentrischen Stadtregion leiste.[121]
Programmarchitektur
Im Rahmen der Vorbereitungsphase zur WDC2026 wurden zehn Handlungsfelder/Politikfelder für die geplanten Projekt- und Veranstaltungsformate identifiziert: Arbeiten, Bauen & Wohnen, Bildung, Gesundheit, Industrie, Konsum, Kultur & Medien, Mobilität, öffentlicher Raum und Sport. In diesen alltagsnahen Anwendungs- und Lebensbereichen soll Design als Antwort auf die vielfältigen durch Krisen hervorgerufenen Probleme und als Werkzeug zur Schaffung und Förderung eines friedlichen und demokratischen Miteinander praktisch sichtbar werden.[122]
Bei der Umsetzung des Programms werden drei Programmsäulen unterschieden: WDC-Eigenproduktionen, Kooperationen und Open-Call-Projekte:[123]
- Innerhalb der WDC-Eigenproduktionen fungiert der WDC-Hub im Museum Angewandte Kunst Frankfurt als zentrale Anlaufstelle der WDC2026.[124] Ein mobiler WDC-Pavillon reist zwischen Mitte April und Ende September 2026 durch Städte und Gemeinden der Region.[125]WDC-Campus[126], WDC-Open[127] und WDC-Design Policy Days[128] sind die drei Eigenformate mit angestrebter nachhaltiger Wirkung: als Bildungsformat, als öffentlichkeits- und wirtschaftsbezogenes Schaufenster der Region sowie als politisch-strategisches Abschluss- und Legacy-Format. Weitere WDC-Eigenformate sind das Module Festival[129] und WDC-Spotlight[130]. Der WDC-Campus (Director Content & Program: Georg-Christof Bertsch) wurde mit dem Motto Gestalten wir, wie wir leben wollen als das zentrale Zukunftsprojekt im Rahmen der WDC2026 positioniert. Er soll jungen Talenten – Studierenden, Absolventen, Start-ups – eine Plattform bieten, um innovative Projekte zu präsentieren und zu diskutieren. Er versteht sich als Werkstatt, Labor, Diskursraum und Festival zugleich.[131]
- Bei den Kooperationen werden mehrere Ebenen unterschieden: Institutionell zentral sind die World Design Organization (WDO) als Initiator der WDC sowie das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und der Kulturfonds Frankfurt RheinMain als Förderer und Partner. Als Kooperationspartner werden allgemein Museen, Hochschulen, Unternehmen und Stiftungen aus der Rhein-Main-Region genannt. Weitere Ebenen sind die "Friends of WDC 2026"[132] sowie Medienpartnerschaften.
- Im Open Call 2024 wurden über 1.200 Projektideen, Beteiligungsangebote sowie Raum- und Unterstützungsangebote von Einzelpersonen, Institutionen, Vereinen und Initiativen aus der Region eingereicht. Formale Kriterien waren Bezug zwischen Design und Demokratie, Nachhaltigkeit, langfristige Wirkung, Zuordnung zu einem Schwerpunktthema, Zeitplan und Ort. Die Open-Call-Projekte werden als tragendes Fundament der WDC2026 bezeichnet und sollen "einen Teppich" in der Region ausrollen[133][134][135] Stand September 2025 waren 250 Open-Call-Projekte Teil des offiziellen WDC-Programms. Circa 150 Projekte erhalten eine ideelle Förderung (Sichtbarkeit, Netzwerk, Plattform), circa 50 Projekte laufen als Team-Ups, teilweise mit finanzieller Förderung, circa 250 Projekte erhalten direkte finanzielle Förderung (Teilförderung, in der Regel zwischen 5.000 bis 50.000 Euro pro Projekt).[136]
Die Kategorien Open Call und Kooperationen sind nicht trennscharf, da Open-Call-Einreichungen auch Kooperationsangebote umfassen konnten und einzelne Programmformate mehrere Entstehungs- und Kooperationsformen verbinden.
Bei der Umsetzung des WDC-Programms im Jahr 2026 mit der Aufforderung Gestalten wir gemeinsam Frankfurt RheinMain wurden die auf die Handlungsfelder bezogenen Projekte, Ausstellungen und Veranstaltungen in fünf thematischen Schwerpunkten zusammengefasst:[137][138]
- Lebensräume gemeinsam gestalten (Februar/März/Mai): Dieser Schwerpunkt thematisiert die Zukunft des Wohnens, Bauens und der Mobilität. Im Fokus stehen klimaanpassungsfähiges Bauen, zirkuläre Architektur und innovative Mobilitätskonzepte[139], die den öffentlichen Raum für alle zugänglich und lebenswert machen sollen.[140][141][142]
- Lernen neu denken, Gestaltung erforschen (April/Juli): Im Fokus stehen Bildung und Lernen. Design verändere, wie wir lernen. Der öffentliche Raum soll zu Lernorten transformiert werden. Es soll untersucht werden, wie Design Prozesse des lebenslangen Lernens unterstützen und Neugier sowie Eigenverantwortung fördern kann.[143][144][145]
- Kreisläufe der Zukunft. Design, Handwerk und Industrie (Juni): Im Mittelpunkt stehen Nachhaltigkeit und die Kreislaufwirtschaft. Es soll erkundet werden, wie die Zusammenarbeit von traditionellem Handwerk, moderner Industrie und Design zu ressourcenschonenden Produkten und nachhaltigen Wirtschaftskreisläufen führt.[146][147][148]
- Mit allen Sinnen (August): Design soll als körperliches, sinnliches und emotionales Erlebnis erfahrbar werden. Künstliche Intelligenz und digitale Plattformen sollen diese Erfahrungen erweitern, indem sie gemeinsames Gestalten und neue Formen der Interaktion unterstützen.[149][150][151]
- Design im Dialog – in Politik und Gesellschaft (September–Dezember): Fokus ist die Schnittstelle zwischen Gestaltung und politischen Entscheidungsprozessen. Es soll darum gehen, wie Design politische Prozesse verständlicher und zugänglicher machen kann und wie "Bottom-up"- Initiativen der Bürger mit "Top-down"-Strukturen der Verwaltung konstruktiv zusammenarbeiten können.[152][153][154]
Umsetzung des Programms in 2026
(chronologisch absteigend)
August
Am Abend des 11. August wurde die von der Stadt Frankfurt für drei Jahre von der Künstlerin Janet Echelman gemietete Skulptur A Sky Full of Hope – Earthtime 1.78 Frankfurt über dem mit Publikum voll besetzten Plateau der Konstablerwache mit einer Licht- und Sound-Show offiziell vom Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef eröffnet.[155] Begleitet wird die Installation durch ein auf zwei Jahre angelegtes Lehrforschungsprojekt der Frankfurt University of Applied Sciences, das untersuchen soll, inwiefern Kunst zur Aufwertung und Belebung eines zentralen öffentlichen Platzes beitragen kann.[156][157]
Am 10. August fand im WerkRaum Wiesbaden[158] eine Diskussion zur Geschichte und Zukunft der Landeshauptstadt Wiesbaden mit dem Leiter der Stadtplanung Wiesbaden, Camillo Huber-Braun, und dem Leiter der Unteren Denkmalbehörde und Stadtkonservator, Martin Horsten, statt.[159][160] Die Zukunft von Wiesbaden liege im nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Städtebau im Sinne der Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt.
Am 7. August referierte Peter Eckart, HfG Offenbach, im Rahmen der Ausstellung dreams, ideas & prototypes[161] im Museum Angewandte Kunst zum Thema Mobilität braucht Design.[162]
Juli

Ende Juli wurde die Skulptur a Sky Full of Hope von Janet Echelman über dem Platz Konstablerwache installiert.[163]
Am 23. Juli wurde die Ausstellung Im Modus der Serie. Differenz, Variation und Wiederholung in Architektur und Design im Museum Angewandte Kunst eröffnet.[164][165] Vor der Eröffnung fand eine von Helmut Kleine-Kraneburg (Urban Future Forum) moderierte Diskussion statt (Teilnehmer: Barbara Krämer-Zain, Referatsleiterin für Bauforschung und Innovation im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen; Ines Fröhlich, Staatssekretärin im Hessischen Wirtschaftsministerium und Matthias Alexander, Redakteur Frankfurter Allgemeine Zeitung). Thematisiert wurden unter anderem Neues Bauen, Sozialer Wohnungsbau, Nachkriegsmoderne, Modulares Bauen, Serienfertigung, einfaches Bauen, Metastadt und Typenbau.
Anlässlich einer Rede zur Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft Irlands im Juli bezog sich der Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, auf das erweiterte Designverständnis der WDC2026 Frankfurt RheinMain, dass Design bedeute, innovative Lösungen für die aktuellen Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln, Veränderungen anzustoßen und diese gemeinsam zu gestalten.[166]
Die HfG Offenbach zeigte die zum Ende des vergangenen Studienjahrs entstandenen Arbeiten und Projekte von Studierenden.[167][168] Das Projekt Working on Democracy soll zeigen, wie Demokratie an Orten im öffentlichen Raum sichtbar gemacht werden kann, an denen die Demokratie in der Vergangenheit gestärkt oder gefährdet wurde und in der Zukunft positiv oder negativ beeinflusst werden könnte.[169] Anhand von ortsspezifischen AR-Interventionen und digitalen Skulpturen soll der Frage nachgegangen werden, was es für die Demokratie bedeutet, wenn digitale Stadträume zunehmend von kommerziellen Interessen geprägt werden.[170]
Im Rahmen des WDC-Campus wurde vom Art Directors Club für Deutschland der Creative Club Frankfurt vorgestellt.[171][172]
Zum Auftakt des dreitägigen WDC-Campus Festivals wurde im Museum Angewandte Kunst die von Julia Klass und Corinna Gratzl kuratierte Ausstellung dreams. ideas & prototypes eröffnet.[173] Mit über 100 Projekten aus den Bereichen Design und Architektur sowie anderen Disziplinen werden von Studierenden und Forschenden verschiedener Hochschulen (unter anderem: HfG Offenbach, Hochschule Darmstadt, Hochschule RheinMain, Hochschule Mainz, Hochschule Düsseldorf, Bauhaus-Universität Weimar, HfK Bremen, HfG Schwäbisch Gmünd und Design Academy Eindhoven) die Konzepte Nachhaltigkeit, Stadtentwicklung, Kreislaufwirtschaft und Interdisziplinarität im Kontext konkreter sozialer und räumlicher Situationen thematisiert.[174][175][176][177] Im Park des Museum Angewandte Kunst wurde unter anderem das experimentelle Wohnprojekt "Mainzer Demokratieküche" vorgestellt.[178]
Im Forschungszentrum Normative Ordnungen referierte Anja Karnein im Rahmen der Vortragsreihe Der Klimawandel: Von ökologischen zu demokratischen Kipppunkten? zum Thema Democracy Over Time and the Climate Crisis. In einem philosophisch-ethischen Kontext wurde unter anderem über globale Klimagerechtigkeit und Generationengerechtigkeit diskutiert[179]
Christine A. Knoop vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik referierte im Rahmen der Veranstaltungsreihe Thinking Design zum Thema Empirische Ästhetik – eine Ästhetik von unten?[180]
Am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum fanden die Vorträge Wasser, Grün und Wohlbefinden[181] und Animal-Aided Design[182] im Rahmen der Reihe Stadtnatur kann's! Gemeinsam lebenswerte und zukunftsfähige Städte gestalten statt.[183]
Am 4. Juli wurde vom hessischen Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori im WDC-Hub der 7. hessische Kreativwirtschaftsbericht Connecting Worlds vorgestellt, bei dem das Thema Cross Innovation im Mittelpunkt stand.[184][185]
Juni
In Frankfurt-Oberrad fand ein Workshop mit Kindern statt, mit dem ökologisches Wissen im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vermittelt wurde.[186]
Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und die S-Bahn Rhein-Main stellten die mit dem WDC-Leitmotiv Demokratie Wagen gestaltete S-Bahn der Baureihe ET430 am Frankfurter Hauptbahnhof vor.[187][188] Die Kampagne Öffis halten unsere Region zusammen soll sichtbar machen, welche Rolle öffentliche Mobilität für Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt spielt.[189][190][191]
Die Heilig-Kreuz-Kirche in Frankfurt-Bornheim, deren Verkauf beabsichtigt wird,[192] war Start- und Zielpunkt von drei Theater-Spaziergängen unter dem Titel Built To Break - Architektur für Alle durch die Siedlung Bornheimer Hang, den Bornheimer Hang und die Kirche, durchgeführt von der Performancegruppe Boys* in Sync.[193] Der Startpunkt der Theaterspaziergänge war jeweils vor der Kirche in der Kettelerallee. Die einzelnen Veranstaltungen endeten in der Kirche mit einer Begehung des Raumes durch die Teilnehmer und einem kurzen Chorkonzert des Vokalensembles Vox Aevi.[194][195]
Im Deutschen Architekturmuseum wurde die Ausstellung Too Hot – Heiße Städte, neue Wege eröffnet, die gestalterische Lösungsansätze für urbane Räume thematisiert.[196][197][198][199][200]
An der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) wurde im Rahmen der Reihe Dialog Architektur das Buch Zentren geistiger Stadterweiterung. Die Architektur der Wiener Volkshochschule vorgestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg realisierte die Stadt Wien als Ergänzung und in Fortführung des bis heute als vorbildlich geltenden sozialen Wohnungsbaus des Roten Wien Nachbarschaftszentren für die Volkshochschulen in den neuen kommunalen Wohnsiedlungen. Diese öffentlichen Innenräume sollten Begegnungen erleichtern, der Erwachsenenbildung dienen und vielfältige Aktivitäten ermöglichen.[201]
Im Kunstverein Familie Montez fand das von der Otto-Brenner-Stiftung organisierte Mehr-Festival statt.[202][203][204]
In der Kirche St. Michael des Fachzentrums Trauerseelsorge des Bistums Limburg fand eine Präsentation unter dem Titel Begräbniskirche St. Michael – Offen für Alle[205] statt. Hauptthema war die Vorstellung der Umgestaltung des Kirchengebäudes und des umliegenden Grundstücks in eine Begräbniskirche mit Plätzen für 2500 Urnen und einem Ewigkeitsgrab im Außenbereich durch die Architektin Claudia Meixner.[206][207] Eine Einführung in die Einrichtung gab die Leiterin Verena Maria Kitz des Fachzentrums und der Begräbniskirche.[208]
An der Hochschule Darmstadt wurde das Projekt 360 Global Goals vorgestellt, ein immersives 360°-Projektions- und Workshopformat das die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen für ein breites Publikum erfahrbar machen soll.[209]
Die Kunststiftung DZ Bank eröffnete die Ausstellung Wie wollen wir leben? (Vom 3. Juni bis 3. Oktober 2026)[210][211]
Im Atelierhaus LEW1[212][213] im Park Rosenhöhe in Darmstadt fanden Diskussionsveranstaltungen zum Thema Re-Negotiating Space (RNS) statt.[214][215] In der Veranstaltungsreihe soll der Frage nachgegangen werden, wie mit Mitteln demokratischer Interventionen und Gestaltung die Nutzung urbaner Räume im Spannungsfeld von planetarisch-ökologischen Erfordernissen und menschlichen Interessen und Bedürfnissen neu verhandelt werden können.[216][217] Die Dialogveranstaltungen werden jeweils von einer Künstlerresidenz begleitet und durch Ausstellungen und gemeinschaftliche Aktivitäten ergänzt.
Im Kulturbunker Osthafen (Sitz des Mediengründungszentrums nextSTEP[218] und des Institut für Neue Medien) fand im Frankfurter Osthafen im Rahmen der von Jochen Denzinger, (VDID) und Stephan Ott (Rat für Formgebung) organisierten Diskussionsreihe Weniger mehr? Gestaltung im Akkumulozän eine Diskussion zum Thema Mehr mehr. Information und Akkumulation statt.[219] Mit Impulsvorträgen der Philosophin Gesa Foken und des Rechtswissenschaftlers Christian Djeffal wurde unter anderem über Informationstheorie, Datafizierung, digitale Infrastruktur, Big Data, Plattformkapitalismus, Datenvermeidung und Datensparsamkeit, die Datenschutz-Grundverordnung, Dark Patterns sowie über Legal Design[220] diskutiert.
Anlässlich des von der World Design Organization initiierten World Industrial Design Day (WIDD) fand in der Evangelischen Akademie Frankfurt die Veranstaltung Designing Designability – Gestaltbarkeit gestalten statt. In der vom Deutschen Werkbund Hessen, Denzinger Gestaltung und dem Verband Deutscher Industrie-Designer (VDID) im Rahmen der WDC2026 organisierten Veranstaltung wurden unter anderem "Wicked Problems" und "Unsichtbares Design" adressiert sowie die Themen Service Design, Gleichstellung der Geschlechter in der Designwirtschaft und Social Design diskutiert.[221]
Der Filmemacher Gary Hustwit (u. a. Helvetica, Objectified, Rams, Eno) präsentierte in Frankfurt seinen Film What are people for. Der Film ist eine Hommage an den Designtheoretiker, Designmanager und langjährigen Dekan des Institute of Design am Illinois Institute of Technology, Patrick Whitney.[222][223][224]
Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der ersten Ausstellung der Künstlerkolonie Darmstadt wurde auf der Mathildenhöhe die Ausstellung A StepAhead/Einen Schritt voraus eröffnet.[225][226] Die Ausstellung widmet sich der Frage, wie Design, Architektur und Kunst damals wie heute gesellschaftliche Entwicklungen prägen.[227][228]
Hessen Design e.V. präsentierte die Gewinner der Hessen Design Competition 2025 im WDC-Hub. Am 6. Juni diskutierten die Preisträger gemeinsam mit Experten Fragen der Gestaltung und die Weiterentwicklung der Designausbildung.[229][230]
An der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main und im Weltkulturenmuseum fanden im Rahmen der Veranstaltungsreihe WDC Designdebatten[231] Diskussionen zu den Themen Design Thinking sowie Haltung im Beruf nach dem Designstudium statt: Berufspraxis zwischen Non-Profit-Idealismus, Antikapitalismus, Naivität, Zynismus, Pragmatismus und Opportunismus.[232][233]
Im Forschungszentrum Normative Ordnungen fand die Konferenz Shifting Regimes, Changing Orders der Deutschen Gesellschaft für Designtheorie und -forschung (dgtf) statt.[234] Die Konferenz ging der Frage nach, wie Designdiskurse und -praktiken auf neu entstehende Machtkonstellationen reagieren und wie durch interdisziplinären Dialog und praxisorientierte Forschung Design als Vermittler, Verstärker oder Disruptor in demokratischen Prozessen mitwirken kann.[235] Thematisiert wurde unter anderem die Demokratisierung von Institutionen sowie Digitalität, Agonismus, Community Building[236], komplexe Systeme und Demokratie.
In der Oper Frankfurt fand anlässlich der Oper Tancredi[237][238] ein Podiumsgespräch zum Thema Antidemokratische Mobilisierung und die Macht der Gefühle statt. Teilnehmer waren Vera King vom Sigmund-Freud-Institut, Stephan Lessenich vom Institut für Sozialforschung, der Opernregisseur Manuel Schmitt und der Dramaturg Konrad Kuhn (Moderation).[239] Thematisiert wurden unter anderem Gleichgültigkeit im Hinblick auf Remigration, Fremdenfeindlichkeit, Ressentiments, Polarisierung, Neo-Feudalismus sowie Herausforderungen der Demokratie in Zeiten ihrer Regression.[240]
Im Kulturpavillon des Friedhof Fechenheim fand eine Podiumsdiskussion mit Lesung aus dem Buch Wir[241] von Frank-Walter Steinmeier statt.[242][243] In einer vielfältigen Gesellschaft entstehe erst durch Dialog und gemeinschaftliches Handeln ein Wir, das neu erkennen könne, was es verbinde.
Am 5. Juni fand der 9. Kreativwirtschaftstag der Kultur- und Kreativwirtschaft Hessen unter dem Slogan Creating Value mit Vorträgen, Talks, Podiumsdiskussionen und Workshops im Space Neue Kaiser statt (Moderation: Vivian Percovic).[244][245] Thematisiert wurden unter anderem Service Design, Webtoons, Fotografie, Technologiesouveränität und die Rolle von Künstlicher Intelligenz in der Kreativwirtschaft.
Am 3. Juni wurde im Space Neue Kaiser, Kaiserstraße 30, die Ausstellung Ausgezeichnet – Design Value Made in Hessen eröffnet, die auf die Gestaltungskraft und das Design hessischer Unternehmen aufmerksam machen soll.[246][247][248]
Anfang Juni wurde im Kontext des Stadt-/Regionalmarketing und zur Förderung der regionalen Kreativwirtschaft Die Open – Design Week in Frankfurt am Main eröffnet.[249][250][251] Diese Veranstaltung soll künftig als jährlicher Event etabliert werden und könne sich zu einer Plattform entwickeln, die Kreativwirtschaft, regionale Identität, öffentliche Partizipation und langfristige Stadtentwicklung verbindet.[252]
Mai
Im Haus am Dom fand eine Veranstaltung zum Thema Ich designe meinen Tod statt.[253]
Die Reihe Dialog Architektur mit dem Themenkomplex Demokratie und Stadt wurde an der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) in Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum gestartet.[254][255]
Das Stadtplanungsamt der Stadt Frankfurt am Main rief zum Ideenwettbewerb mitte gemeinsam gestalten! auf.[256][257]
Der Berufsverband Bildender Künstler Frankfurt e.V.[258] veranstaltete gemeinsam mit verschiedenen Cafés in Frankfurt am Main die Aktion Demokratie im Café. Auf Postkarten mit Motiven künstlerisch gestalteter Kaffeesäcke der Malerin Eva Zinke konnten Gäste festhalten, was Demokratie für sie bedeutet.[259]
Die Ausstellung Design for Democracy – Was Gestaltung bewirken kann! wurde im Museum Angewandte Kunst eröffnet.[260][261]
Ulf Slopek, Präsident der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Hessen, referierte zum Thema der politischen Unabhängigkeit von Zentralbanken als "Design für stabile Preise".[262] Das auf Preisniveaustabilität ausgerichtete institutionelle Design der Europäischen Zentralbank (s. Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union) fördere das Vertrauen der Menschen in ihre Währung und stärke damit auch die Demokratie. Im Kontext einer möglichen Einführung des digitalen Euro werde Design als Service Design und User Experience Design eine entscheidende Rolle spielen. Die geplante Neugestaltung der Eurobanknoten erfolgt mit Expertise aus Grafikdesign und Kommunikationsdesign.[263][264][265][266]
Carla Hinrichs, Sprecherin der Letzten Generation und Angeklagte im §129-StGB-Prozess, diskutierte mit Rupert von Plottnitz im Kunstverein Familie Montez über Klimagerechtigkeit und die Rolle der Zivilgesellschaft.[267][268]
Im Stadthaus in der Neuen Frankfurter Altstadt fand der Auftaktworkshop des Projekts Politische Gestaltungsbegleitung statt.[269][270]
Im Rahmen der Woche der Meinungsfreiheit fand im WDC-Hub eine Diskussionsveranstaltung in Kooperation mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem Hessischen Rundfunk und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft statt. Thema war, wie Presse, Rundfunk und Social Media in Zeiten von Polarisierung, Filterblasen, Desinformation und Ringen um Wahrheit neue Räume für Debatten und demokratische Orientierung gestalten können sowie welche Verantwortung Medien für Meinungsvielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt tragen.[271] Teilnehmer des Panels waren: Frank Dievernich, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Carsten Knop, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Eberhard Nembach, Redakteur des Hessischen Rundfunks und Birgit Stark, Kommunikationswissenschaftlerin am Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Moderiert wurde die Diskussion von Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Forschungszentrums Normative Ordnungen der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ein vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und dem Deutschen Bibliotheksverband veröffentlichtes Positionspapier benennt fünf Forderungen an die Politik, die auch im Rahmen dieser Diskussion zu Medienpolitik und Öffentlichkeit von den Teilnehmern thematisiert wurden: 1. Leseförderung verbindlich stärken, 2. Medienkompetenz systematisch stärken, 3. Plattformen in die Verantwortung nehmen, 4. Offene Kulturräume durch planungssichere, politisch unabhängige Förderung stärken und 5. Bildungsakteure gegen Desinformation rechtlich stärken.[272]
Die Ausstellung Positionen zur Freiheit – Gestaltung und ihre Grenzen wurde im Museum Angewandte Kunst eröffnet, die in Zusammenarbeit mit USM realisiert wurde.[273][274][275]
Die Fotoausstellung Die im Dunkeln sieht man nicht von Markus Seibel wurde in der Englischen Kirche in Bad Homburg eröffnet. Die Ausstellung thematisiert am Beispiel des Bundestagswahlkreises Duisburg II den Zusammenhang zwischen Lebensbedingungen, Wahlbeteiligung und politischer Vertretung.[276]
Am 7. Mai wurde das Projekt Main-Light von Tobias Trübenbacher, bei dem die Vermeidung von Lichtverschmutzung und die Nutzung von regenerativen Energien im Fokus steht, an der Weseler Werft in Frankfurt am Main eröffnet.[277] Main-Light wurde entgegen der ursprünglichen Absicht an der Weseler Werft installiert, weil die geplante Beleuchtung des Radwegs zwischen Frankfurt und Offenbach an naturschutzrechtlichen und behördlichen Genehmigungshürden scheiterte. Die Weseler Werft wurde als genehmigungsfähiger, sichtbarer und programmatisch verwertbarer Ersatzstandort gewählt, an dem vier Prototypen als Test- und Diskursinstallation realisiert werden konnten.[278]
April
Im DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum fand eine Diskussionsveranstaltung mit der Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch und dem Filmkritiker Bert Rebhandl zu Kulturindustrie und kritischer Theorie der Frankfurter Schule statt.[279][280] Diskutiert wurde unter anderem über den Film One Battle After Another. Der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels betonte in seiner Begrüßungsrede die Bedeutung von wissenschaftlicher Demokratie- und Kulturforschung für die Demokratie.[281]
Im Jüdischen Museum Frankfurt wurde die von Mike D kuratierte Ausstellung Mishpocha – The Art of Collaboration eröffnet, bei der es, so die Direktorin des Museums, Mirjam Wenzel, um einen erweiterten Familienbegriff gehe, der Gemeinschaft stark mache.[282][283]
Im April fand der Kick-Off des WDC-Campus statt, der die Potenziale der Studierenden, Lehrenden und ihrer Hochschulen im Bereich Design für eine breite Öffentlichkeit sichtbar machen soll.[284][285]
Im Stadthaus Frankfurt in der neuen Frankfurter Altstadt fand ein Podiumsgespräch Gaming for/against Democracy? Politik und Demokratiefeindlichkeit in Gaming-Räumen im Rahmen der von der Volkshochschule Frankfurt und dem Peace Research Institute Frankfurt – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF) organisierten Veranstaltungsreihe Designing Democracy – Designing Peace statt.[286] Diskutiert wurden unter anderem die Potentiale von Gaming, Serious Games und Gamification für die politische Bildung sowie Game-Design.
Vom Deutschen Design Club wurde der dritte WDC-Podcast Can a Moment Start a Movement? mit Andréa Springer, Mai Thi Nguyen, Svenja Bickert-Appleby, Richard Perez veröffentlicht.[287] Diskutiert wurden am Beispiel San Diego/Tijuana (WDC2024) und Kapstadt (WDC2014) die Beteiligung der Bevölkerung, Wirtschaft und Politik sowie die nachhaltigen Wirkungen und der langfristige ökonomische Nutzen eines eventorientierten WDC-Jahres. Das Entstehen eines sich gegenseitig stützenden internationalen Netzwerks von "Design cities" als Folge der Vorbereitung und Umsetzung eines WDC-Jahres wird als großer Vorteil dieser WDO-Initiative gesehen.
Im open.form in Darmstadt wurde im Rahmen der Buchvorstellung What was design? Declarations and definitions from a century of creative quest die Geschichte des umstrittenen Designbegriffs anhand von 87 historischen Ein-Satz-Antworten auf die Frage "Was ist Design?" diskutiert.[288]
März
Im Museum Giersch der Goethe-Universität wurde die Ausstellung Multispezies Members Club eröffnet, die neue Allianzen zwischen lebendigen und künstlichen Systemen thematisiert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eine technologisierte Gesellschaft auf Fürsorge und Teilhabe statt auf Konkurrenz bauen kann.[289]
Im WerkbundForum Frankfurt wurden die Ausstellungen wandel gestalten. Das Netzwerk Lucius Burckhardt und der Werkbund[290] und Impact! Wie wirken wir? eröffnet. Vorgestellt werden in interdisziplinären Teams von Studierenden der Hochschule Mainz erarbeitete Projekte, die zeigen sollen wie Gestaltungskompetenz als Hebel für gesellschaftlichen Wandel eingesetzt werden kann.[291]
Im Caricatura Museum für Komische Kunst wurde die Ausstellung Stricheln und Sticheln. Satire in der Krise der Demokratie mit Arbeiten von Katharina Greve, Greser & Lenz, Hauck & Bauer und Thomas Gsella eröffnet.[292][293][294]
Die Hessische Landesregierung stellte im Museum Angewandte Kunst Frankfurt ein neues Corporate Design für das Land Hessen vor.[295][296]
Der Philosoph Markus Gabriel referierte im Rahmen der von der Polytechnischen Gesellschaft organisierten Vortrags- und Diskussionsreihe Wagnis, Mut, Verantwortung zum Thema KI und Roboterethik: Warum wir Regeln für das Miteinander von Mensch und Maschine brauchen.[297]
Der Berufsverband Bildender Künstler Frankfurt e.V. eröffnete das Projekt Democracy - The Arts Corner.[298][299]
Februar
In der IHK Frankfurt am Main fand im Rahmen der Gesprächsreihe Moving Business by Design eine Veranstaltung mit dem Architekten Christoph Mäckler und Kaweh Mansoori, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlicher Raum zum Thema Terminal 3 – Design zwischen Infrastruktur, Identität und Erlebnis statt.[300]
Alexandra Lechner und Christian Schön referierten im Fotografie Forum Frankfurt zum Thema Wie KI unser Bild von Bildern verändert.[301]
Im Februar wurde das von lust auf besser leben gGmbH initiierte Projekt DemokratieKioske gestartet.[302] Das aus den Bausteinen Young Urban Future Labs, DemokratieKioske und dem Online-Tool Gute Frage[303][304] bestehende Projekt soll auch dazu beitragen, die globalen Nachhaltigkeitsziele bis 2030 alltagstauglich zu machen.[305]
In Frankfurt am Main fand der erste Urban Now Lab Action Day im Olivetti-Hochhaus im Lyoner Quartier sowie in MyZeil auf der Zeil statt.[306]
Im Rahmen der Senckenberg-Vortragsreihe Stadtnatur kann's! Gemeinsam lebenswerte und zukunftsfähige Städte gestalten fand der Auftaktvortrag Stadtnatur in Frankfurt – Wandel, Herausforderungen, Chancen statt.[307][308]
Januar
Das "WDC-Hub" wurde mit einer von Ruedi Baur, Vera Baur und Christopher Schnell initiierten internationalen 24-Stunden-Videokonferenz re_Design Democracies eröffnet, die zeitgleich vor Ort in Frankfurt am Main und in Saint-Étienne, Frankreich, stattfand. Ziel ist, Analysen politischer Verhältnisse anhand von Statements von 96 Persönlichkeiten aus aller Welt zu sammeln und Formen der Kritik und des Widerstands eine Stimme zu geben, die ermöglichen sollen, Demokratie neu zu denken.[309] Die Veranstaltung nahm Bezug auf die Strange Night of Design, die im Oktober 2020 im Rahmen von Lille Metropole, World Design Capital 2020 stattfand.[310]
Im Museum Angewandte Kunst Frankfurt (MAK), das als zentrale Anlaufstelle ("WDC-Hub") für das gesamte WDC-Jahr fungiert, fand ein Neujahrsempfang mit dem Zukunftsforscher Matthias Horx und The Future:Project statt.[311]
In Wiesbaden fand eine Veranstaltung mit dem Stadtforscher Charles Landry und dem Designer Felix Kosok statt, bei der es um Projekte der künftigen Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Kreativwirtschaft und Stadtgesellschaft ging.[312]
Rezeption und Kritik
(chronologisch absteigend)
Über das Ende Juli auf der Konstablerwache installierte Kunstwerk A Sky Full of Hope von Janet Echelman wurde in den regionalen Medien im Vorfeld der offiziellen Einweihung am 11. August 2026 kontrovers berichtet.[313][314][315][316][317] Kritisiert wurden insbesondere die Kosten, das Vergabeverfahren und die mangelnde Transparenz rund um dieses vom Dezernat Kultur und Wissenschaft und der Stabsstelle Stadtmarketing der Stadt Frankfurt am Main initiierte und mit dem Atelier Markgraph umgesetzte Kunst-Projekt im öffentlichen Raum.[318][319][320][321] Zweifel bestehen darüber hinaus, ob Kunst in der Lage sein wird, den als Drogen- und Kriminalitätshotspot geltenden Ort zu verwandeln.[322]
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Mitte Juli 2026 zog Carolina Romahn, die Geschäftsführerin der WDC2026, eine zwiespältige Halbzeitbilanz.[323] Bei der interessierten Zivilgesellschaft und politischen Entscheidungsträgern sei die WDC angekommen, aber in der durch komplexe Zuständigkeiten geprägten öffentlichen Verwaltung noch nicht unbedingt. Ohne Leuchtturmprojekte fehle dem wenig bekannten Designjahr eine breite Wahrnehmung. Auch sei es nicht gelungen, größere Unternehmen als aktive Unterstützer der WDC zu gewinnen.
Am 22. Juni 2026 berichtete 3Sat-Kulturzeit über die WDC2026.[324] Thematisiert wurde die Ausstellung Design for Democracy – Was Gestaltung bewirken kann! im Museum Angewandte Kunst. Als Beispiele für gutes "Design for Democracy" wurden die Neugestaltung der Stadtbücherei Friedrichsdorf[325] und das der Kreislaufwirtschaft verpflichtete Offenbacher Projekt Circle Cube[326] vorgestellt. Berichtet wurde auch über behördlichen Widerstand bei der Umsetzung eines WDC-Projekts sowie über Kritik am WDC-Konzept. Das Projekt Main-Light von Tobias Trübenbacher und Andreas Lang, das ursprünglich den Radweg am Main zwischen Frankfurt und Offenbach beleuchten sollte, wurde nicht genehmigt, weil Teile davon durch ein Naturschutzgebiet führen.[327][328][329] Der Frankfurter Architekt Stefan Forster äußerte seine Enttäuschung über die Konzeptlosigkeit der WDC2026 als unproduktives "Mitmach-Happening". Als positiv wertete er, dass sich die Städte im Rhein-Main-Gebiet durch die WDC2026 mehr als Teil einer Region wahrnehmen und näher zusammenrücken.
Über den Start der Open Design Week Anfang Juni berichtete die Frankfurter Rundschau. Das als "zentrales Festival der WDC" angekündigte Programm erinnere an einen "üppig wuchernden Garten", in dem man leicht den Überblick verlieren könne.[330]
Über die Eröffnung der Ausstellung A Step Ahead zum 125. Jubiläum der ersten Ausstellung der Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe in Darmstadt Anfang Juni 2026 wurde in den Medien ausführlich berichtet.[331][332][333][334]
Bei einem Erfahrungsaustausch des WDC2026-Führungsteams mit Xavi Calvi, ehemaliger CEO der WDC2022 in Valencia und Roberto Heredia, Project Director der Design Foundation of the Region of Valencia am 9. Mai 2026 stand die Frage im Mittelpunkt, was bleibt, wenn das Veranstaltungsjahr von World Design Capital vorbei ist. Der größte Erfolg in Valencia sei gewesen, dem Design eine Stimme in der Bevölkerung zu geben und das Stigma des Designs als etwas Oberflächliches oder Ästhetisches zu durchbrechen und stattdessen seine soziale Dimension hervorzuheben. Es sei gelungen, Design dauerhaft in Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft von Valencia zu verankern.[335] Das spanische Designmagazin gràffica.info griff die abwartende Haltung des Bundes der Steuerzahler Hessen gegenüber der WDC2026 auf[336] und sieht die Skepsis gegenüber der WDC2026 nicht nur als eine lokale deutsche Auseinandersetzung, sondern als Teil einer umfassenderen Debatte über die heutigen Designhauptstädte und deren tatsächliche Fähigkeit eine Stadt oder Region zu verändern.[337]
In einem Interview mit dem Netzmagazin Designboom Ende April 2026 erläuterten Kai Rosenstein, Chief Experience Officer der WDC2026 und Barbara Lersch, Chief Programme Officer der WDC2026, dass die WDC2026 Design nicht als Styling oder eine passiv zu konsumierende Serie von Events verstehe, sondern als ein Werkzeug gemeinsamen Handelns[338][339], das Selbstwirksamkeit und Civic Agency aktiviere, also eine Brücke zwischen bürokratischer Administration und Zivilgesellschaft bauen könne.[340]
Anfang März 2026 wurde über die Eröffnung des Erlebnisraums "Frankfurt: City of WOW!" berichtet.[341][342][343]
Ende Februar 2026 berichteten die Hessenschau, Frankfurter Rundschau, FAZ und Journal Frankfurt über die ab Juli 2026 auf der Konstablerwache geplante Kunstinstallation A Sky Full of Hope der US-amerikanischen Künstlerin Janet Echelman.[344][345][346][347][348][349][350][351]
Am 10. Januar 2026 wies die Frankfurter Allgemeine Zeitung auf 13 lohnenswerte Stationen im Rahmen der WDC2026 hin.[352] Auch Deutschlandfunk Kultur[353], die Hessenschau[354], hr2-Kultur[355], die Frankfurter Rundschau[356][357] und Baunetz[358] berichteten wenige Tage vor der offiziellen WDC-Eröffnung über das bevorstehende WDC-Jahr.
Kurz vor dem Beginn des WDC-Jahres sei die Stimmung in der Kreativbranche der Region ambivalent. Einerseits wachse die begründete Hoffnung, dass der Titel internationale Aufmerksamkeit erzeugen werde, andererseits habe man die World Design Capital im Alltag bislang kaum wahrgenommen. Es fehle an Leuchttürmen, an einer breiten öffentlichkeitswirksamen Wahrnehmung über die Kreativwirtschaft hinaus und an einem stärkeren Engagement von Kommunen und Unternehmen.[359]
Anfang November 2025 berichtete die Frankfurter Rundschau, dass das Reisemagazin Condé Nast Traveller Frankfurt als Top-Reiseziel für 2026 empfiehlt – unter anderem wegen der Rolle der Stadt als Weltdesignhauptstadt.[360]
Der erweiterte, auf Partizipation und gesellschaftliche Transformation gerichtete Designbegriff, der dem WDC2026–Konzept zugrunde liegt, wird von traditionellen an Formgebung und Autorendesign orientierten Designern teilweise sehr kritisch gesehen.[361]
Im Juni 2025 berichtete das auf wirtschaftliche Entwicklungen in der Metropolregion Frankfurt RheinMain ausgerichtete Magazin Frankfurter Allgemeine Metropol über den Stand der Vorbereitungen zur WDC2026.[362] Der Begriff Design for Democracy sei ein "riesiger Anspruch, aber der richtige Gedanke in einer Zeit voller Umbrüche". Es sei jedoch wichtig, für das Projekt mehr Unterstützung zu bekommen und ihm möglichst schnell Kontouren zu geben. Im Beitrag wird der Frage nachgegangen, ob das geplante Programm möglicherweise "zu kulturlastig" sei und ob die Designwirtschaft darin zu wenig als innovative und wirtschaftsstarke Branche innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft sichtbar wird.
Im Mai 2025 wählte das Reisemagazin Merian Frankfurt als eines von 11 bevorzugten Reisezielen für 2026.[363]
2024: San Diego (USA)/Tijuana (Mexiko)
Als erste binationale Städte in der Geschichte des WDC-Programms wurden San Diego[364] und Tijuana (San Diego–Tijuana) aufgrund ihrer designorientierten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ernannt.[365][366][367] Gemeinsam sollen die beiden Städte Design nutzen und mobilisieren, um ihre Region mit 7,1 Millionen Einwohnern positiv zu verändern.[368][369][370][371] Neben den Städten San Diego[372][373][374] und Tijuana sind das Burnham Center of Community Advancement (BCCA)[375], die Design Forward Alliance (DFA)[376] und die University of California, San Diego (UCSD)[377] die Hauptträger des Projekts.[378]
Der Chief Executive Officer (CEO) der WDC 2024, Carlos de la Mora[379], wurde Anfang 2024 unter ungeklärten Umständen entlassen.[380][381]
WDC 2024 beinhaltet sechs Signature Events:[382][383]
- Community Celebration am 28. Februar im Tijuana Cultural Center[384]
- World Design Festival und Tijuana Design Week, 1. bis 5. Mai in Tijuana[385][386]
- World Design Experience und San Diego Design Week, 18. - 25. September in San Diego[387]
- World Policy Conference, gesponsert von der Stadt San Diego und dem UC San Diego Design Lab, 12.-13. November in San Diego[388]
- World Design Network of Cities am 15. November in Tijuana
- WDC 2024 Convocation Ceremony am 16. November im Salk Institute.
Im Kontext der WDC 2024 wurde die 100 Jahre alte Vision "Bay to Park Paseo" realisiert: der Boulevard verbindet San Diegos Bucht mit dem Balboa Park[389] und präsentiert Design-Installationen entlang der Strecke.[390] Der Bay to Park Paseo wurde als Impact Project ausgezeichnet und von der WDC 2024 unterstützt.[391] Touristisch rücken die beiden Städte San Diego und Tijuana durch die Ernennung zur WDC näher zusammen.[392]
Die Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko, eines der Prestigeobjekte von Donald Trump während seiner ersten Amtszeit als amerikanischer Präsident, ist Schauplatz des österreichischen Films „American Wall“ von 2022.[393][394]
Die binationale Metropolregion San Diego–Tijuana ist mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert: Kriminalität[395], Obdachlosigkeit[396], Migrations-[397][398] und Umweltproblemen.[399][400][401] Auch die Umsetzung und Finanzierung der WDC2024 war mit Herausforderungen konfrontiert.[402][403][404] Der nachhaltige Nutzen der WDC für die Region wurde in der lokalen Presse in Frage gestellt.[405]
2022: València (Spanien)

Die an der Südostküste Spaniens gelegene Stadt València ist eine bedeutende Hafenstadt am Mittelmeer mit einer langjährigen Designtradition.[406][407] Die Stadt habe sich zu einem führenden Beispiel für den strategischen Einsatz von Design entwickelt, was sich positiv auf Industrie, Infrastruktur und Mobilität ausgewirkt habe. Für das Jahr 2022 wurde València auch zur Europäischen Hauptstadt des intelligenten Tourismus (European Capital of Smart Tourism[408]) erklärt.[409][410] Nach der Ernennung zur World Design Capital 2022 bewarben sich die Stadt Valencia und die Designstiftung der Region Valencia[411] erfolgreich als City of Design der UNESCO Creative Cities Network.
2020: Lille Metropole (Frankreich)
Unter dem Motto „Design is Capital“ präsentierte die aus 90 Kommunen und über einer Million Einwohnern bestehende Lille Metropole im Jahr der COVID-19-Pandemie ein Programm, das die Vielfalt und Dynamik der Designprojekte in der Region widerspiegeln sollte.[412]
2018: Mexiko-Stadt (Mexiko)
Mexiko-Stadt ist die erste Stadt in Nord- und Südamerika, die diesen Titel erhalten hat. Sie gilt als ein Vorbild für andere Megastädte auf der ganzen Welt, die Design einsetzen, um die Herausforderungen der Urbanisierung zu bewältigen und eine lebenswertere Stadt zu schaffen.[413] Motto: "Empowering Socially Responsible Design for Societal Transformation".[414]
2016: Taipeh (Republik China (Taiwan))
Taipeh hatte das Thema „Adaptive City – Design in Motion“ gewählt, um zu zeigen, wie sich Städte mit begrenzten Ressourcen an die Bedürfnisse der Bürger anpassen können, indem sie designorientierte Innovationen nutzen.[415][416] Taipeh war die einzige Stadt, die sich für den Titel beworben hatte.[417] Die Designkritikerin Jeong Hye Kim argumentiert, dass kein neoliberales "Design Capital" gebraucht wird, sondern eine nachhaltige für die Zivilgesellschaft gestaltete Stadt das Ziel sein sollte: ein sozialer Raum, der das Ideal der Stadt repräsentiert, verkörpert und aufrechterhält.[418]

2014: Kapstadt (Südafrika)
Kapstadt, die älteste Stadt Südafrikas, war die erste afrikanische Stadt, die zur World Design Capital ernannt wurde. Für Kapstadt kam die Ernennung zum WDC genau zwei Jahrzehnte nach der Einführung der Demokratie dort.[419][420] Rückblickend wurde diese WDC von manchen Beteiligten als vertane Chance angesehen.[421]

2012: Helsinki (Finnland)
Mit dem Thema „Open Helsinki - Embedding design in life“[422] und „Design Driven City“ präsentierte Helsinki innovatives Design als grundlegendes Instrument, um auf die alltäglichen Bedürfnisse der Bürger einzugehen.[423][424] Im Jahr 2016 richtete die Stadt Helsinki als eine der ersten Städte weltweit die Position des Chief Design Officer (CDO) ein, um Design Thinking für die Stadtentwicklung zu nutzen und eine Kultur des Experimentierens zu etablieren.[425] Von 2016 bis 2018 war Anne Stenros CDO von Helsinki, als Nachfolgerin wurde 2020 Hanna Harris ernannt.[426][427]
2010: Seoul (Südkorea)
Unter dem Motto „Design für alle“ fanden in Seoul zahlreiche Veranstaltungen statt, um den Fokus auf Design zu unterstreichen. Die Nominierung zur Weltdesignhauptstadt habe auch dazu beigetragen, dass die Stadt auf Platz 9 des Global Urban Competitiveness Index 2010 stand.[428]
2008: Turin (Italien)
Die Nominierung als erste Weltdesignhauptstadt sollte Turin die Gelegenheit bieten, sich als Designstadt zu profilieren und Design als Instrument zur Bewältigung urbaner Herausforderungen einzusetzen.[429][430] Nach Darstellung der WDO gelang es Turin, neue Investitionen anzuziehen, die Stadt bekannter zu machen und ein Modell für eine städtische öffentlich-private Vernetzung zu schaffen, das sich positiv auf die öffentliche Verwaltung, Unternehmen, Schulen und Bürger ausgewirkt habe.[431]
Siehe auch
- Kulturhauptstadt Europas
- Umwelthauptstadt Europas
- Creative Cities Network
- Internationale Bauausstellung
- World Capital of Architecture[432]
- Designgeschichte
- Social Design
Literatur
Chronologisch absteigend:
- Rafael Boix-Domènech, Luciana Lazzeretti: Handbook of Creative Regions, Edward Elgar 2025, ISBN 978-1-0353-1787-5.
- Tanja Klenk, Frank Nullmeier, Göttrik Wewer (Hrsg.): Handbuch Digitalisierung in Staat und Verwaltung, 2., erweiterte und aktualisierte Auflage, Springer VS 2025, ISBN 978-3-658-37372-6.
- Davide Brocchi: By Disaster or by Design? Transformative Kulturpolitik: Von der Polykrise zur systemischen Nachhaltigkeit, 2. Auflage, Springer VS 2024, ISBN 978-3-658-42316-2.
- Don Norman: Design for a Better World. Meaningful, Sustainable, Humanity Centered, The MIT Press 2024, ISBN 978-0-2625-4830-4.
- Artur Mertens, Klaus-Michael Ahrend, Anke Kupsch, Werner Stork (Hrsg.): Smart Region. Die digitale Transformation einer Region nachhaltig gestalten, Springer Gabler 2021, ISBN 978-3-658-29725-1.
- Petra Kunkel, Elisabeth Kühn, Dominic Stucker, Douglas F. Williamson: Leading Transformative Change Collectively. A Practitioner Guide to Realizing the SDGs, Routledge 2021, ISBN 978-0-367-47117-0. OA
- Muhammad Ahmed Asfand: How can World Design Capital (WDC) programme better incorporate United Nation’s Sustainable Development Goal 11 (SDG 11) in future strategies?, Carleton University, 2019.
- Christian Holl, Felix Nowak, Peter Cachola Schmal, Kai Vöckler (Hrsg.): Living the Region. Rhein-Main – Die Neugestaltung einer Metropolregion, Wasmuth Verlag 2018, ISBN 978-3-803-00837-4
- Jed Looker, Thomas Garvey: The Sustainable Development Goals in Canadian Design School Curricula, Carleton University, 2017.
- Jed Looker: A Preliminary Study of the United Nations Sustainable Development Goals in Canadian Industrial and Graphic Design School Curricula,Carleton University 2017.
- Ezio Manzini: Design, When Everybody Designs. An Introduction to Design for Social Innovation, The MIT Press 2015, ISBN 978-0-262-02860-8.
- Julia Köhler: Events als Instrumente des Regionalmarketing. Entwicklung eines Bezugsrahmens zur regional-strategischen Eventwirkungskontrolle, Springer Gabler 2014, ISBN 978-3-658-07113-4.
- Ronald Hitzler: Eventisierung. Drei Fallstudien zum marketingstrategischen Massenspaß, VS-Verlag 2011, ISBN 978-3-531-17932-2.
- Stefan Krätke: The Creative Capital of Cities. Interactive Knowledge Creation and the Urbanization Economies of Innovation, Wiley-Blackwell 2011, ISBN 978-1-4443-3621-4.
- Bruno Latour, Peter Weibel (Eds.): Making Things Public. Atmospheres of Democracy, The MIT Press 2005, ISBN 0-262-12279-0.
Weblinks
- World Design Capital, Offizielle Homepage der World Design Organization
- UNESCO Creative Cities in Deutschland
- Towards a Design Action Plan for Berlin, UNESCO Cities of Design Network 2025
- Was ist das SDG-Monitoring?
- World Design Assembly Tokyo 2023
- Design Biennale Rotterdam 2025
- World Design Congress London 2025
- Diana L. Eck: The World-Cities of the Global Age in Harvard Design Magazine, Issue 50, 2022.
Einzelnachweise
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- ↑ Becoming a World Design Capital. An overview of the application process - Who can submit a bid ? World Design Capital is open to any city large or small. World Design Organization, abgerufen am 1. November 2025.
- ↑ Signature Events – WDC Convocation Ceremony. World Design Organization, abgerufen am 2. November 2025.
- ↑ a b c Becoming a World Design Capital. An overview to the application process. (PDF) World Design Organization, 2018, abgerufen am 13. Juli 2024.
- ↑ Busan Metropolitan City designated World Design Capital. World Design Organization, 21. Juli 2025, abgerufen am 22. Juli 2025.
- ↑ Busan named World Design Capital 2028. Busan Metropolitan City, abgerufen am 5. August 2025.
- ↑ Kim Yongu: World-Renowned Designers Gather at Busan Port. 2028 World Design Capital Busan International Conference to Be Held. The Asia Business Daily, 24. März 2026, abgerufen am 24. März 2026.
- ↑ Busan Launches Design-Driven City Overhaul Ahead of 2028 World Design Capital. Seoul Economic Daily, 26. März 2026, abgerufen am 26. März 2026.
- ↑ by.ymchoi: Lee Junho Named Ambassador for World Design Capital Busan 2028. In: dipe.co.kr. 27. März 2026, abgerufen am 28. März 2026.
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- ↑ Region Frankfurt wird "World Design Capital". Süddeutsche Zeitung, 13. September 2023, abgerufen am 14. September 2023.
- ↑ Caspar: „Wirtschaft unterstützt Projektstart "World Design Capital 2026!“ Empfang der Wirtschaft in der IHK Frankfurt am Main. Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, 15. April 2024, abgerufen am 17. Juli 2024.
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- ↑ Wolf U. Wagner: WDC 2026 – Gestalten wir, wie wir leben wollen! Deutscher Design Club, 29. April 2024, abgerufen am 5. Juni 2025.
- ↑ World Design Capital: Rhein-Main-Gebiet will Verbindung von Demokratie und Design betonen. In: monopol-magazin.de. 16. April 2024, abgerufen am 5. Juni 2025.
- ↑ Hans Mattes: Frankfurt und Rhein-Main werden Design-Welthauptstadt. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. April 2024, abgerufen am 5. Juni 2025.
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- ↑ Expert:innenrat. WDC Frankfurt RheinMain2026, abgerufen am 7. Dezember 2024.
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- ↑ Wie sieht die Kommunikationsstrategie aus? Frankfurt RheinMain - World Design Capital 2026. Frankfurter PresseClub (FPC), abgerufen am 30. November 2024.
- ↑ Manfred Köhler: Frankfurter Luftnummern wie ein Essen mit Migranten. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. September 2024, abgerufen am 30. November 2024.
- ↑ Die neue Stadtbücherei ist eröffnet. In: lebendige-zentren-friedrichsdorf. 13. Februar 2026, abgerufen am 22. Juni 2026.
- ↑ Ein neues "zweites" Zuhause für alle Bürger. Taunus Nachrichten, 30. Januar 2025, abgerufen am 22. Juni 2026.
- ↑ Eva-Maria Magel: Carolina Romahn baut an der "World Design Capital". Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. Februar 2025, abgerufen am 6. Februar 2025.
- ↑ Looking forward – das Morgen gemeinsam gestalten. World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026, abgerufen am 7. Februar 2025.
- ↑ Eva-Maria Magel: Frankfurt plant 2000 kreative Events. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Februar 2025, abgerufen am 8. Februar 2025.
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- ↑ 229 — WDCAST 01: Gesche Joost, Vera Baur, Philipp Cartier Brauchen wir Design? Deutscher Design Club, 24. Juli 2025, abgerufen am 15. August 2025.
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- ↑ Fokusthema Erfolgsfaktor Kreativität. Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, Oktober 2025, abgerufen am 11. November 2025.
- ↑ Gewinner-Motive gewählt „Feels like Hessen“-Kalender setzt Zeichen für Vielfalt und Gemeinschaft. Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, 5. November 2025, abgerufen am 7. November 2025.
- ↑ Gewinner des Kalenderwettbewerbs 2026. Kultur- und Kreativwirtschaft Hessen, abgerufen am 7. November 2025.
- ↑ Simon Colin: „Demokratie im Netz“: Das h_da Dialog-Forum packt heiße Eisen an. Hochschule Darmstadt, 6. November 2025, abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ Was ist uns wichtig an der Demokratie? hsrm – Design Informatik Medien, 7. November 2025, abgerufen am 1. Dezember 2025.
- ↑ World Design Capital Frankfurt Rhein Main – Ein Ausblick auf 2026. In: hr-inforadio.de. 27. November 2025, abgerufen am 30. November 2025.
- ↑ Nachhaltig, demokratisch, zukunftsfest? Herausforderungen für die Gestaltung der Stadt Frankfurt von morgen. Polytechnische Gesellschaft, 26. November 2025, abgerufen am 25. Januar 2026.
- ↑ DesignDialog diskutierte die Zukunft der produktiven Stadt in Wiesbaden. In: wiesbaden.de. 3. Dezember 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ DesignDialog sam: Mitreden – Wiesbaden diskutiert. In: wdc2026.org. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ VHS startet ins "World Design Capital"-Jahr 2026. Stadt Frankfurt am Main, 5. Dezember 2025, abgerufen am 6. Dezember 2025.
- ↑ Jugendliche von Schulen aus Frankfurt und Offenbach gestalten die leeren Vitrinen in der U-Bahn-Station. Frankfurter Rundschau, 12. Dezember 2025, abgerufen am 12. Dezember 2025.
- ↑ Kunststation Hauptwache: Pausieren, Gucken, Staunen....Schulkunst im Zentrum Frankfurts. Domäne S, abgerufen am 12. Dezember 2025.
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- ↑ Eva-Maria Magel: WORLD DESIGN CAPITAL 2026: Carolina Romahn soll „Design for Democracy“ managen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. November 2024, abgerufen am 27. November 2024.
- ↑ "Es wird sich einiges verändern müssen in der Region" Die Chef-Organisatorin von "World Design Capital 2026" Caroline Romahn. Hessischer Rundfunk, 12. Dezember 2024, abgerufen am 12. Dezember 2024.
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- ↑ Anfrage hinsichtlich Informationen zur Finanzierung des World Design Capitals 2026 mit öffentlichen Mitteln. Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, 7. November 2025, abgerufen am 17. November 2025.
- ↑ Eugen El: Miteinander gestalten. Was macht World Design Capital aus Frankfurt und Rhein-Main ? In: Journal Frankfurt. Nr. 1/2026, S. 40–41.
- ↑ Eugen El: Jetzt geht's los: Frankfurt ist Design-Hauptstadt. Journal Frankfurt, 13. Januar 2026, abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Kreativwirtschaft: Eröffnung der "World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026". Hessische Staatskanzlei, 17. Januar 2026, abgerufen am 20. Januar 2026.
- ↑ Was bringt die "World Design Capital" der Region? In: hessenschau.de. 17. Januar 2026, abgerufen am 18. Januar 2026.
- ↑ Kyra Intelliana: Kreativwirtschaft – Eröffnung der „World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026“. In: Wiesbaden-lebt.de. 17. Januar 2026, abgerufen am 17. Januar 2026.
- ↑ Eva-Maria Magel: World Design Capital 2026: Ein Labor für die Gestaltung der Demokratie. In: faz.net. 18. Januar 2026, abgerufen am 19. Januar 2026.
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- ↑ Jens Joachim: Der Impuls kam aus Darmstadt – "World Design Capital" startet mit Korkenknall. Frankfurter Rundschau, 17. Januar 2026, abgerufen am 10. Februar 2026.
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- ↑ 80 Jahre Hessen: Demokratie beginnt mit Dir. Hessische Landeszentrale für politische Bildung, Januar 2026, abgerufen am 16. Januar 2026.
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