Riveris

Riveris (moselfränkisch: Riwwares) ist eine Ortsgemeinde im Tal des gleichnamigen Flusses Riveris im Weinbaugebiet Mosel. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ruwe…

Riveris
Wappen Deutschlandkarte
Riveris
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Riveris hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 44′ N, 6° 46′ OKoordinaten: 49° 44′ N, 6° 46′ O
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Ruwer
Höhe: 209 m ü. NHN
Fläche: 2,1 km²
Einwohner: 400 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 190 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54317
Vorwahl: 06500
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 116
Adresse der Verbandsverwaltung: Untere Kirchstraße 1
54320 Waldrach
Website: www.riveris.de
Ortsbürgermeister: Daniel Philippi
Lage der Ortsgemeinde Riveris im Landkreis Trier-Saarburg
KarteLuxemburgSaarlandEifelkreis Bitburg-PrümLandkreis BirkenfeldTrierBescheid (Hunsrück)Beuren (Hochwald)DamflosGeisfeldGrimburgGusenburgHermeskeilHinzert-PölertNaurath (Wald)Neuhütten (Hochwald)RascheidReinsfeldZüschBaldringenGreimerath (bei Trier)HeddertHenternKell am SeeLampadenMandernPaschelSchillingenSchömerichVierherrenbornWaldweilerZerfKanzemKonzNittelOberbilligOnsdorfPellingenTawernTemmelsWasserlieschWawern (Saar)Wellen (Mosel)WiltingenBonerathFarschweilerGusterathGutweilerHerlHinzenburgHolzerathKasel (bei Trier)KorlingenLorscheidMertesdorfMorscheidOllmuthOsburgPluwigRiverisSchöndorf (an der Ruwer)Sommerau (an der Ruwer)ThommWaldrachAylFisch (Saargau)FreudenburgIrsch (bei Saarburg)Kastel-StaadtKirfMannebach (bei Saarburg)MerzkirchenOckfenPalzemSaarburgSchodenSerrigTaben-RodtTrassemWincheringenBekondDetzemEnschFell (Mosel)FöhrenKennKlüsserathKöwerichLeiwenLongenLonguichMehring (Mosel)Naurath (Eifel)PölichRiolSchleichSchweichThörnichTrittenheimAach (bei Trier)FranzenheimHockweilerIgel (Mosel)Kordel (Eifel)LangsurNewelRalingenTrierweilerWelschbilligZemmer
Karte
Blick auf Riveris
Riveristalsperre

Riveris (moselfränkisch: Riwwares) ist eine Ortsgemeinde im Tal des gleichnamigen Flusses Riveris im Weinbaugebiet Mosel. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ruwer im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz an, die ihren Verwaltungssitz in Waldrach hat.

Geografie

Riveris liegt etwa zehn Kilometer östlich von Trier und knapp zwei Kilometer nördlich des Riveris-Stausees.

Gemeindeteile von Riveris sind Feilensmühle[2] und Karlstollen.[3] Nach Meyers Orts- und Verkehrslexikon hatte die Feilensmühle 1912/1913 fünf Einwohner und die Schiefergrube Karlstollen vier Einwohner.[4]

Nachbargemeinden sind Waldrach, Osburg, Bonerath und Morscheid.

Geschichte

Der Name und damit auch der Ort Riveris haben vermutlich römischen Ursprung. Erwähnung findet es in einer Pfandurkunde an Erzbischof Theoderich von Trier (1212 bis 1242), als die Gerichtsbarkeit im erzbischöflichen Dorf „Ruverisse“ an diesen verpfändet wurde.[5]

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Riveris zu Kurtrier und war dem Amt Pfalzel zugeordnet, das in fünf Gerichtspflegen unterteilt war. Für das Dorf war das Hochgericht Waldrach zuständig. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Riveris laut mündlichen Überlieferungen von der Pest getroffen. Aus dieser Zeit soll das örtliche Pestkreuz stammen.[5]

Das Linke Rheinufer wurde 1794 im ersten Koalitionskrieg von französischen Revolutionstruppen besetzt. Von 1798 bis 1814 war Riveris ein Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs, zugehörig dem Saardepartement, Arrondissement Trier. Auf dem Wiener Kongress (1815) kam die gesamte Region nach der Niederlage Napoleons an das Königreich Preußen und war ab 1822 Teil der neu gebildeten Rheinprovinz. Riveris wurde zunächst der Bürgermeisterei Ruwer zugeordnet.

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte das gesamte Gebiet zum französischen Teil der Alliierten Rheinlandbesetzung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Riveris innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Riveris, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6][1]

Jahr Einwohner
1815 133
1835 182
1871 232
1905 286
1939 290
1950 286
Jahr Einwohner
1961 289
1970 284
1987 298
1997 323
2005 398
2025 400

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Riveris besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl WGB * WGL ** Gesamt
2024 per Mehrheitswahl (alle WGB) 8 Sitze[7]
2019 5 3 8 Sitze[8]
2014 per Mehrheitswahl 8 Sitze[8]
* 
WGB: Wählergruppe Becker
** 
WGL: Wählergruppe Lauterbach

Bürgermeister

Daniel Philippi wurde am 28. Mai 2026 Ortsbürgermeister von Riveris.[9] Da für die am 7. Juni 2026 angesetzte Direktwahl kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat.[10] Dieser wählte Daniel Philippi in der Gemeinderatssitzung von Ende Mai 2026 einstimmig zum neuen Ortsbürgermeister.[11]

Philippis Vorgänger Thomas Hoffmann hatte das Amt am 1. Juli 2019 übernommen,[12] nachdem er seit September 2018 als Erster Beigeordneter bereits vertretungsweise die Amtsgeschäfte geführt hatte.[13] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er für fünf Jahre gewählt worden.[14] Bei der folgenden Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 86,6 % wiedergewählt.[15] Hoffmann war bis zum 31. Dezember 2025 Ortsbürgermeister. Er legte das Amt nieder, da er danach hauptamtlicher Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ruwer wurde. Bis Ende Mai 2026 war die Ortsbürgermeisterstelle vakant. Die Amtsgeschäfte wurden ausgeübt vom Ersten Beigeordneten Christoph Becker.[16]

Hoffmanns Vorgängerin Monika Thömmes war 2014 ins Amt gewählt worden, hatte es aber zum 31. August 2018 niedergelegt. Bis 2014 war Markus Kaldunski (CDU) Ortsbürgermeister.[13][17]

Wappen

Wappen von Riveris
Wappen von Riveris
Blasonierung: „Von Silber über Blau geteilt, oben ein wachsender, roter, goldgekrönter und -bewehrter Löwe, unten ein goldenes Korneliushorn.“
Wappenbegründung: Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Riveris zum Kurfürstentum Trier. Ein Friedrich von der Brücke verpfändete die ihm zustehende Gerichtsbarkeit an dem Dorf „Ruverisse“ an Erzbischof Theoderich von Trier (1212–1242). Ein Siegel des „Petrus de ponte“ von 1322 zeigt einen gekrönten Löwen. Wegen der Zugehörigkeit von Riveris zu Kurtrier wurde auf die kurtrierischen Farben zurückgegriffen. Kapellen- und Ortspatron ist der hl. Cornelius. Sein Attribut, ein Horn, steht im unteren Feld. Das Blau im unteren Schild weist auf den Riveris-Fluss und -Stausee hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Katholische Filialkirche St. Cornelius ist ein eingetragenes Kulturdenkmal. Siehe dazu die Liste der Kulturdenkmäler in Riveris.

Wirtschaft

Riveris lebte in der Vergangenheit von Landwirtschaft, speziell Weinbau und Obstbau, hauptsächlich Äpfel. Daher wurde es auch scherzhaft die „Aäpelköst“ (Apfelkiste) genannt. Noch heute ist der Viez (Apfelwein) eine Spezialität. In Riveris gab es auch eine wasserbetriebene Getreidemühle und eine Ölmühle. Im Karlstollen wurde Schiefer abgebaut.[3]

Tourismus

Riveris ist ein Dorf, das vor allem von Wanderern und Ruhe suchenden Gästen besucht wird. Die Riveristalsperre kann man in ihrem ganzen Umfang bewandern oder mit dem Fahrrad erkunden. Im Riveristal gibt es die Quarzitfelsen „Weißenstein“ und „Langenstein“ (Gemarkung Morscheid). Die Traumschleife Morscheider Grenzpfad führt am Dorf vorbei. Der neue Wanderweg Äppelkist & Schiefer wurde im Juli 2022 eröffnet.[18]

Verkehr

Die K 65 führt nach Morscheid und die K 66 zur L 149 bei Waldrach. Nach Osburg führt ein Gemeindeweg.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Thomas Hoffmann, Markus Kaldunski und andere: Riveris, 800 Jahre am Wasser. Trier 2008, ISBN 978-3-89890-104-8.
Commons: Riveris – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand 31. Dezember 2025 von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. Feilensmühle an der Riveris. Eintrag in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier.
  3. a b Ehemalige Schiefergrube Karlstollen. Eintrag in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier.
  4. Meyers Orts- und Verkehrslexikon
  5. a b Thomas Hoffmann: 800 Jahre Riveris. Ortsgemeinde Riveris, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 30. Oktober 2020; abgerufen am 12. Februar 2021.
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  7. Mehrheitswahl zum Gemeinderat: 9. Juni 2024, Riveris. Verbandsgemeinde Ruwer, abgerufen am 5. Juli 2025.
  8. a b Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen: Riveris. (Memento vom 5. April 2022 im Internet Archive)
  9. Riveris hat wieder einen Ortsbürgermeister. In: Amtsblatt der Verbandsgemeinde Ruwer, Ausgabe 23/2026. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 12. Juli 2026.
  10. Christoph Becker (1. Beigeordneter und Wahlleiter): Bekanntmachung: Kein Wahlvorschlag eingereicht. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 12. Juli 2026.
  11. Julian Terres: Auf ungewöhnliche Art und Weise: Riveris hat einen neuen Ortsbürgermeister. In: volksfreund.de. Trierischer Volksfreund Medienhaus GmbH, Trier, 2. Juni 2026, abgerufen am 12. Juli 2026.
  12. Thomas Hoffmann: Einladung zur konstituierenden Sitzung des Gemeinderates Riveris. In: Amtsblatt der Verbandsgemeinde Ruwer, Ausgabe 25/2019. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 12. Februar 2021.
  13. a b Ortsbürgermeisterin Monika Thömmes legt ihr Amt nieder. In: Amtsblatt der Verbandsgemeinde Ruwer, Ausgabe 36/2018. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 12. Februar 2021.
  14. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Abgerufen am 12. Februar 2021 (siehe Ruwer, Verbandsgemeinde, 16. Ergebniszeile).
  15. Riveris, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 5. Juli 2025.
  16. Christa Weber: Wenn der Ortschef bald Bürgermeister wird – wie geht es jetzt in Riveris weiter? In: volksfreund.de. Trierischer Volksfreund Medienhaus GmbH, Trier, 24. Oktober 2025, abgerufen am 12. Juli 2026.
  17. Rivalen in Riveris. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 2. November 2014, abgerufen am 12. Februar 2021 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  18. Wanderweg Äppelkist & Schiefer - Rundwanderweg in Riveris

Content Disclaimer

Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.

  1. The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
  2. There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
  3. It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
  4. Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
  5. Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.